Der Traumfrauen-Stick

Aus der Werbeabteilung der Bloghuettenalm:

Sie sind Single und suchen die Traumfrau fürs Leben?
Mit Sicherheit haben Sie schon bemerkt, dass Ihr optisches Wunschbild einer Dame in den seltensten Fällen Bestand hat. Irgendwann ist eben bei jedem der Lack ab. Da kann man noch so viel Spachtelmasse und Wimperntusche auftragen, die Fassade bröckelt stetig. Und so muss man(n) wohl oder übel zusehen, wie das schöne Antlitz der Angebeteten sukzessive einem Faltenrock ähnlicher sieht.
Doch hier kann nun endlich Abhilfe geschaffen werden. Der Traumfrauen-Stick ist da. Ein ausziehbarer Teleskopstab bis zu 2,50 Meter Länge, aus feinstem Mahagoni-Aluminium-Marmor.
Und an dessen Ende befindet sich das formvollendete Gesicht ihrer Frau fürs Leben. In eine lebensgroße gusseinere Form gepresst, von chinesischen Spaniern handbemalt, lächelt Ihnen die Traumfrau entgegen.
Und so geht`s: Auf unserem Onlineportal http://www.dreamwomanforever.hot können Sie eine genaue Beschreibung Ihrer Traumfrau abgeben. Auch Beispielfotos von anderen Damen können hochgeladen werden. Die Daten werden von unseren Spezialisten, bestehend aus Schönheitschirurg Dr. Rudolph Kniespalt und Dorfschmied Anton Hufinger, in ausführlichen Lokalsitzungen (Lokal zum Messerheld) genauestens analysiert. Anschließend wird nochmals Rücksprache mit dem Kunden gehalten, bevor Herr Hufinger sich ans Werk macht und die Gesichtpartie Ihrer Dame des Herzens in Form gießt. Nachdem dann auch die Bemalung von Backen, Nase und Mund erfolgt ist, wird der Teleskopstab montiert und der Traumfrauen-Stick kann innerhalb von 8 Tagen geliefert werden.
Nun muss sich die Männerwelt keinen lästigen Flirtversuchen mehr hingeben, um die Frau fürs Leben zu ergattern. Die Nächste, die um die Ecke biegt, wird abgeschleppt. Zu Hause rasch noch ein romantisches Kaminfeuer entzündet und der Stick kann gezückt werden. Das unverwüstliche Traumfrauengesicht wird einfach vor das 0815-Gesicht der aufgelesenen Begleiterin gehalten, das nun die Schmetterlinge im Bauch zum flattern bringt. Der Mann kann sich entspannt zurücklehnen und seine robuste Schönheit genießen (nur nicht zu nah ans Feuer kommen, das könnte heiß werden).
Sollte die Dame von der Straße widerspenstig werden und sich wehren, kann sie problemlos mit einem kleinen Notfallpaket, bestehend aus Beruhigungsdragees und Nadel und Faden zum verschließen der Mundpartei, ruhig gestellt werden.
Sind das nicht traumhafte Aussichten? Und der Spaß kostet Sie nicht mehr als schlappe 11,99 Euro und ein Abo für die unkündbare Zeitschrift „Medizinisch flirten – ein Leben für die Schönheit“.
Und nun klopfen Sie sich nicht feixend auf die Schenkel, meine Herren. Nein, nein, so glimpflich kommen Sie nicht davon. Freilich gibt es auch einen Traummänner-Stick, bei dem die Damenwelt ebenso herzhaft zugreifen kann.

Die Marketingabteilung hofft auf reges Interesse.
Momentan konnten 7139 Traumfrauen-Sticks an Single-Männer ausgehändigt werden, die in den höchsten Tönen schwärmen.
Die Traummänner-Sticks hingegen haben die Damen bisher noch nicht dazu verleitet, Geld für den Traummann auszugeben.

Wenn Sie auf der Suche nach dem passenden Traumpartner sind, können Sie Ihre Wunschdaten auch ganz ungeniert hier eingeben. Nachdem alle Neugierigen die Zeilen in Ruhe gelesen haben, werden sie an Herrn Kniespalt übermittelt.
… und wenn Ihnen Falten im Gesicht nichts ausmachen, halten Sie sich am besten gleich einen zerknitterten Rock vors Gesicht. Immerhin 11,99 Euro gespart 🙂

der traumfrauen-stick.2jpg
Der Traumfrauen-Stick. Von Schönheitschirurg Dr. Rudolph Kniespalt empfohlen. Auch als Traummänner-Stick erhältlich. Das perfekte Love-Gadget für alle, die dauerverliebt sein wollen.

 

 

©mauswohn

 

 

 

 

 


Werbung

kissen vintage

 

Der Fipsflüsterer

Wir blättern in der nostalgischen Hühnerchronik, einem in Schlüsselblumenleder gebundenen Schmöker von unschätzbarem Wert, der allerlei kuriose Begebenheiten aus der ganzen Welt zu bieten hat.
Auf Seite 747 finden wir die Geschichte von Siegfried Fauser, dem Fipsflüsterer aus Vorarlberg. Im Jahre 1838 lebte der verwitwete Physiklehrer mit seinem Sohn Fips in einem bescheidenen Reihenhäuschen zwischen Bauernhof Sonnleitner und Bauernhof Mondleitner. Frau Fauser war, als Sohn Fips zarte vier Lenze zählte, in einem schicksalsträchtigen Augenblick im Garten über die Katze Mosi vom Sonnleitnerhof gestolpert und landete kopfüber im Güllefass des Mondleitnerhofes. Ihre Haarspangen verhakten sich hierbei unglücklich an den hölzernen Bottichwänden, so dass die gute Frau jämmerlich in der stinkenden Brühe erstickte. Fortan musste sich Herr Fauser alleine um die Erziehung seines Sohnes kümmern, was der treu sorgende Vater auch redlich tat. Doch Fips war ein schüchterner Junge, entzog sich dem Hausherrn und entschwand meist auf einen der nachbarlichen Bauernhöfe. Mittlerweile neun Jahre alt, hatte er das Drama um seine Mutter gut verarbeitet und hielt jeden Samstag Nachmittag vor dem tödlichen Gullifass einen Gedenkgottesdienst ab. Auch Katze Mosi gesellte sich zu ihm, schnurrte liebevoll um seine Knie und war Fips eine treue Begleiterin.
Herr Fauser sah seinen Sohn nur zur abendlichen Brotzeit, da er tagsüber in der über die Landesgrenzen bekannten Vorarlberger Schulmensa handgefertigte Knödel, Fisch aus Konserven der Firma Moser und weitere österreichische Köstlichkeiten zu sich nahm. Zu Tisch zelebrierte der Vater ein sich täglich wiederholendes Ritual, fragte den Sohn physikalische Gesetze ab und versuchte ihm die Relativitätstheorie näherzubringen, die er lange vor Albert Einstein ausgetüftelt hatte. Doch der zurückhaltende Fips hatte Sinn für Poesie und liebte Tiere. Physik, Mathematik und abstraktes Denken waren nicht sein Metier. So musste Siegfried Fauser mit ansehen, wie der Knabe zusehends wortkarger und schließlich gänzlich stumm wurde. Der Vater deutete dies zunächst als kurze Phase, die wohl jeder Junge in seinem Alter durchleben musste. Doch als er sah, wie die gleichaltrigen Nachbarskinder vergnügt miteinander plauderten und scherzten, begann er, sich ernsthaft Sorgen zu machen.
Herr Fauser nahm eine Auszeit an der Schule und ließ sich derweil von einem unbekannten Praktikanten namens Einstein vertreten. Zu Hause zückte der sorgsame Vater nun ein kleines kariertes Heftchen und begann die sogenannte Fips-Studie. Akribisch beobachtete er das Verhalten seines Sohnes, freilich ohne Aufmerksamkeit zu erregen oder ihm zur Last zu fallen. Jeder Handgriff wurde analysiert und auf eine physikalische Formel gebracht. Hierbei entdeckte Herr Fauser, dass sein Sohn eine große Affinität zu Tieren hatte. Zweifelsohne wäre dies wohl jedem anderen halbwegs mit offenen Augen durch die Welt gehenden Menschen sofort aufgefallen, doch Herr Fauser hatte sich all die Jahre so sehr in einer physikalischen Welt bewegt, dass er seine Umgebung nur durch einen ganz bestimmten, eigens konstruierten Formel-Filter betrachten konnte.
So lautete der erste Teil der Fips-Formel: Fips liebt Tiere.
In einer weiteren ausführlichen Erhebung stellte der unermüdliche Forscher fest, dass neben der Katze Mosi besonders die Hühner des Sonnleitnerhofes eine große Anziehungskraft auf seinen Jungen ausübten. Er sah sich darin bestätigt, als er eines morgens heimlich das Zimmer seines Sohnes betrat und eine handgemalte Hühnertapete an den Wänden vorfand. Des Weiteren zierte eine selbst gezimmerte Vitrine den Raum, die voll bestückt war mit Hühnerei-Raritäten aus der ganzen Welt. Selbstredend war die Bettdecke des Sohnemannes mit feinsten Hühnerdaunen bestückt, während ein alter Kleiderhocker mit zartem Katzenfell überzogen war. Das genügte. Was zu beweisen war. Der zweite Teil der Fips-Formel lautete: Fips liebt Hühner zu 100%, Katzen zu 85,3%.
Nun zog Herr Fauser mit Rotstift und Lineal einen Strich unter all seine Berechnungen und versuchte, das tierische Sohn-Wirrwarr auf einen Nenner zu bringen. Elf ganze Wochen brachte der Physiklehrer in seinem Kämmerlein damit zu, eine Lösung zu finden, um seinen Sohn der Wortlosigkeit zu entreissen.
Ein genau ausgearbeiteter Plan lag seinem Handeln zugrunde. Eines abends kochte Herr Fauser das Leibgericht des stummen Fips. Es gab Vorarlberger Schweineschnitzel, Pfirsichklöße und zum Nachtisch eine große Portion Hühnereis.
Der Sohn ließ sich das Mahl munden, schmatzte und stopfte Bissen um Bissen in seinen schmalen Mund. Herr Fauser war zufrieden. Die Grundlage für ein gutes Vater-Sohn-Gespräch war geschaffen. Nachdem sich die Zwei eine Stunde von dem Festschmaus erholt hatten, bat der gute Siegfried seinen Sohn, er möge doch in seinem Zimmer auf dem Sofa Platz nehmen. Fips war nicht wenig verwundert, das erste Mal gebeten worden zu sein, hatte der Vater ihn sonst an seinen zwei großen Ohren zu einer Standpauke ins Wohnzimmer gezerrt. Nun nahm er also verschüchtert und zugleich ein wenig verwundert auf den weichen Gobelinpolsterkissen Platz und sah seinem Vater in die Augen, der sich ihm schräg gegenüber auf dem Katzenfellhocker niederließ. Das Fips-Studienheft auf seinen Knien liegend, begann Herr Fauser auf seinen Knaben einzureden. Er erzählte von den Flugkurven Vorarlberger Hühner, dem Pickverhalten legeeifriger Hennen aus der Steiermark und dem glockenklaren Gockelkrächzer des Mondleitner Gockels. Fips lauschte tief beeindruckt den Worten seines Vaters. Wie zauberhaft es doch klang, wenn er Begriffe wie „Huhn“, „Natur“ und „Weizenkleie“ aussprach und nicht immer nur von der Erdkrümmung, Zahlen und der Zeitachse sprach. Die Stunden vergingen. Mittlerweile hatte sich Katze Mosi nebst Nachwuchs unter den verstorbenen Fellstuhl-Gatten an Herrn Fauser Füße gelegt und schnurrte behaglich. Ein Zeichen, das dem aufmerksamen Fips nicht entging. Seine vierbeinige Freundin fand Gefallen an seinem Vater. Auch sie hatte die tierischen Worte aus Herrn Fausers Munde wohl vernommen und so entwickelte sich eine immer harmonischere Atmosphäre in dem kleinen Hühner-Fan-Zimmer von Fips.
Die Anwohner der Nachbarhöfe wissen nicht mehr, wann sie die Fausers das erste Mal wieder auf der Sraße sahen. Man ist sich uneins, ob es 7 oder 11 Monate gewesen sein müssen. Doch abgesehen ob dieser Unklarheiten, wussten sowohl Familie Sonnleitner als auch Familie Mondleitner genauestens darüber zu berichten, dass der mittlerweile 1,80 Meter große Fips ohne Unterlass redend aus dem Hause gestürmt kam und mit allen Menschen plauderte, die ihm über den Weg liefen. Mit jedem unterhielt er sich über das Wetter, Politik, Kochrezepte und das übrige Weltgeschehen in Vorarlberg.
Seit dieser Zeit galt Fips Fauser als redseligster Jungpolitiker der FHP (Freie Hühner Partei).
Sein Vater jedoch bekam seinen Sohn kaum noch zu Gesicht, seine gesellschaftlichen Kontakte waren verarmt und er zog sich schwermütig in den Garten des Reihenhäuschens zurück, wo er jeden Tag mit den Hühnern flüsterte. Was er ihnen zugeraunt hat, ist nicht bekannt. Etwas Schlechtes kann es nicht gewesen sein, da jede Henne täglich 25 Eier legte und Herr Fauser durch den Eierverkauf ein schrulliger wortkarger Millionär wurde. Sein Vermögen hinterließ er Katze Mosi, die es nach ihrem Tode wiederum einer Maus vermachte. Was diese damit angestellt hat, ist nicht in der Hühnerchronik verzeichnet. Vielleicht finden Sie hierzu die letzten fehlenden Aufzeichungen. 🙂

der Fipsflüsterer Norman Rockwell
Siegfried Fauser auf dem Katzenfellhocker im Hühnerzimmer, auf seinen Sohn Fips einredend, der erstaunt den Ausführungen des Vaters lauscht.

 

 

©mauswohn

 

 

 

 

 

 

 


Wärbung

Ein Design, das auch der Katze Mosi gefallen würde

wandbehang katzen

 

Rührei

Der Frühling lässt die Knospen spriesen. Die Vögel zwitschern. Und die Hasen bereiten sich auf das bevorstehende Osterfest vor. Eifrig werden Eier bemalt, Nester geflochten und Süßwaren verpackt. Natürlich bleibt es bei all der Arbeit nicht aus, dass die geliebten Hoppelhasen mit energiereichen Speisen gefüttert werden müssen, damit die Produkte bis Ostern auch alle kreiert sind.
Diese kulinarische Hasenerstversorgung übernehmen auf der Alm unsere zwei Spitzenköche Barney Bär und Heinz Hund. Und am besten halten sie die Hasen mit ihrem Leibgericht bei Laune. Nichts leichter als das, denken sich unsere zwei Köche. Ist doch Rührei das Lieblingsessen der Langohren. Und Eier stapeln sich hier momentan zu Hauf.
So stellt es für Bär und Hund keinerlei Problem dar, dies simple Menü zu zaubern. Doch, wie kann es anders sein, auf der Alm ticken die Uhren ein wenig anders, und Barney und Heinz haben ihre ganz eigene Methode entwickelt, wie ihnen das beste Rührei gelingt. Und da unsere Starköche zwei ganz liebe Zeitgenossen sind, haben sie sich gerne beim werkeln über die Schultern schauen lassen. Wir wollen Ihnen diese Art der Rühreizubereitung nicht länger vorenthalten. Vielleicht kommen Sie auf den Geschmack und versuchen es auf ähnliche Art und Weise.

Guten Appetit und viel Vergügen beim Nachkochen! 🙂

 

 

 

©mauswohn