Johann Pachelbel beim Zahnarzt

Wissen Sie, was vor über 350 Jahren auf der Alm geschehen ist? Endlich konnte diese Frage von führenden Wissenschaftlern der Unwissenschaftsuniversität in Malibu aufgedeckt werden. Im zeitlosen Archiv für Zeitarchivierung wurden fieberhaft die marmornen Festplattendaten rekonstruiert, Passwörter enträtselt, handgezwirbelte Hanf-USB-Kabel entwirrt und nun ist es Gewissheit:
Heute vor genau 351 Jahren war Johann Pachelbel hier gleich um die Ecke beim Zahnarzt. Dies bestätigt eine einmalige Filmaufnahme aus dem Archiv.
Wie allgemein bekannt, war Johann Pachelbel in seinen Jugendjahren Hobbyfilmer und trug stets eine Digitalkamera mit sich umher, die er von seinen Eltern in Kindheitstagen geschenkt bekam. Er dokumentierte alles, was ihm vor die Linse kam. So nahm er auch einst seine Kamera mit zum Zahnarzt. Und wie nicht anders zu erwarten, wurde ihm dort mitgeteilt, zunächst im Wartezimmer Platz zu nehmen, da sich sein Termin um ca. 15 Minuten verzögern würde. Die akademische Viertelstunde scheint sich wie ein roter Faden durch die Jahrhunderte zu ziehen.
Also kramte der eifrige Johann derweil seine Kamera hervor, lehnte sich aus dem Fenster des Wartezimmers und filmte. Und da er eine besondere Vorliebe für die musikalische Untermalung seiner Filmsequenzen hatte, komponierte er rasch eine eingängige Melodie auf seinem handlichen Taschengeigenklavier, das er in langweiligen Schulstunden unlängst erfunden hatte. Die lästige Warterei wurde auf diese Weise sinnvoll durch kreative Spielereien überbrückt, bis das vielseitige Multitalent von der Vorzimmerdame ins Behandlungszimmer gerufen wurde. Rasch verpackte Herr Pachelbel seine Utensilien, vergaß jedoch seine Kamera auszuschalten, als er das Wartezimmer verließ. So dokumentierte er zudem ungewollt einen kurzen Dialog zweier Patienten. Diese waren keine geringeren als unser Almhausmeister Schrödinger, der sich damals als Tiefseegärtner betätigte und die ortsansässige Juweliersgattin Schredelbach, die ebenfalls auf ihre zahnärztliche Untersuchung warteten und deren Gespräch nun einen tiefen Einblick in die damalige Wartezimmerkonversation gewährt.
Das gesamte Filmmaterial ist ein einzigartiges Relikt aus dieser Zeit. Es zeigt unbekannte architektonische Bauweisen, Flora und Fauna in völlig neuer Form, Dialoge wie sie heutzutage längst nicht mehr geführt werden (oder etwa doch?) und die zunächst von Experten in unsere heutige Sprachform übersetzt werden mussten, und nicht zuletzt den Künstler selbst, der uns durch seinen Schatten aus der Vergangenheit in die Gegenwart entgegenwinkt.
Werden Sie Zeuge der Erstausstrahlung von Herrn Pachelbels Filmfragment und ändern Sie Ihr Weltbild!
Viel Vergnügen! 🙂

 

 

Randnotiz: Herr Pachelbel verlor bei diesem Zahnarztbesuch seine kompletten Zahnreihen und konnte seit diesem Zeitpunkt nur noch Suppe löffeln! Aber irgendwann hat er dann doch ins Gras gebissen 🙂

 

… und vielleicht sollten Sie bei Ihrem nächsten Zahnarztbesuch im Wartezimmer ebenfalls das Handy zücken und ein paar spontane Eindrücke mit der Kamera einfangen. Wer weiß, mit welch großem Interesse diese Aufnahmen in 350 Jahren betrachtet werden 🙂

 

©mauswohn

Schrödingers Katze

Es ist fünf Uhr früh. Der Wecker klingelt und scheucht den Hahn auf den Mist, um die Almbewohner zu wecken. Artig kräht er so lange, bis sich jeder aus seinem Bett wälzt und zur Arbeit begibt.
Nur einer ist schon vor dem Hahn auf den Beinen. Es handelt sich um unseren Almhausmeister Egon Schrödinger, der bereits im Beitrag „Normaler Wahnsinn“ kurz Erwähnung fand. Punkt vier Uhr steht er auf und deckt emsig den Frühstückstisch. Natürlich hat er auch die Adventsdekoration angefertigt und zündet heute das erste Kerzchen an.
Herr Schrödinger ist im wahrsten Sinne des Wortes der gute Geist unseres Anwesens und sorgt dafür, dass hier alles seinen gewohnten Gang geht. Er ernährt sich ausschließlich von speziellen japanisch-schwäbischen Bioprodukten aus Malibu. Diese bescheren ihm ein besonders langes Leben. Der gute Herr ist nun schon weit über 350 Jahre alt und hält sich ausgezeichnet.
Bevor er seinen Dienst auf der Alm antrat, war er in vielen anderen Berufsfeldern unterwegs. Seine letzte Tätigkeit liegt über 30 Jahre zurück. Zu dieser Zeit lebte er in einem heruntergekommenen Wohnwagen am Strand von Malibu und verdiente sich dort seinen Unterhalt als Privatdetektiv.
Mittlerweile ist er aus unserer Mitte nicht mehr wegzudenken, zufrieden haust unser fleißiger Alleskönner in einer kleinen Hütte neben dem Kuhstall. Und mit ihm sein Hund. Seit nunmehr einem Jahr wird er von dem Vierbeiner begleitet, der sogleich sein bester Freund geworden ist. Zuvor umgab sich Herr Schrödinger jahrelang mit einer Katze namens „Doggy“, mit der er regelmäßig auf den Wiesen spazieren ging. Sie waren das unzertrennliche Traumpaar der Alm.
Doch die liebe „Doggy“ kam durch tragische Umstände ums Leben. Der entfernte Nachbar unseres Hausmeisters, Herr Albert Zweiholz, hatte ihr, ganz ausversehen natürlich, den Garaus gemacht. Der werte Herr ist Erfinder mit Leib und Seele und bastelt meist an recht eigentümlichen Dingen. So hatte er damals aus drei Ananassamen vom Nordpol zwei elektronische Tropenhunde herangezogen. Dieser überraschende Zuchterfolg überforderte Herrn Zweiholz ein wenig, er hatte seine Elektrohunde nicht im Griff, sie rissen aus und zerfleischten Herrn Schrödingers Katze.
Seither sind die zwei Herren nicht besonders gut aufeinander zu sprechen. Herr Zweiholz schenkte Herrn Schrödinger zur Versöhnung zwar einen Hund, wohlgemerkt keinen Tropenhund, doch so ganz verzeihen kann unser Egon diese Misere dem Erfinder nicht.
Und nun leben also der Hausmeister und sein bellender Vierbeiner namens „Katze“ unzertrennlich beisammen.
Dank Herrn Schrödinger greift auf der Alm ein Rädchen ins andere, er repariert defekte Eieruhren, baut neue Nistkästen und leert natürlich die Mülleimer. Nur ab und an regt er sich ein wenig über streunende Hunde auf. Zu tief sitzt der Schmerz über den Verlust seiner Doggy, die von den Tropenhunden einst ins Jenseits befördert wurde.
Aber alles in allem ist unser guter Geist ein humorvoller, ehrlicher und zuverlässiger Arbeiter, mit dem wir sicherlich noch jede Menge Spaß haben werden. Und das in einem Alter von über 350 Jahren. Respekt! 🙂

Hier sehen Sie nun eine alte Aufnahme aus glücklichen Zeiten, als Herr Schrödinger noch mit seiner „Doggy“ auf den Almwiesen unterwegs war, bevor er dann mit seinem neuen Weggefährten, der geliebten „Katze“ Freundschaft schloss.

Die Bloghüttenalm wünscht allen Lesern einen angenehmen Adventssonntag! Zünden Sie in aller Ruhe die erste Katze äh Kerze an 🙂

©mauswohn

Malibu – 15.000 Meter über dem Meer

Die Sommerhitze lässt nicht nach. Das Weideland im gebirgigen Malibu dörrt allmählich aus. Doch nicht nur das saftige Gras bekommt die schwüle Luft zu spüren, auch das Kuhgehirn trocknet bei dieser Wärme merklich ein und die Denkparzellen beginnen zu schrumpfen. Die Kuh aus Malibu hat einen Sonnenstich.
So ist es wenig verwunderlich, dass das Mauswohnsche Oberstübchen mal wieder ein völlig konfuses Klang-und Bildmaterial hat entstehen lassen. Es wurde von den Herren Hitchblog und Nozart noch ein wenig in die Mangel genommen und von einer Stunde Länge auf ca. 10 Minuten gekürzt. Wenn Sie den Film gesehen haben, werden Sie verstehen warum. Mehr kann man dem geneigten Betrachter an derlei langweiligen Sommerabsurditäten wirklich nicht zumuten. Ursprünglich sollte der Beitrag gänzlich verhindert werden, doch die Androhung der Filmcrew, dann nur noch solche Filme produzieren zu wollen, schreckte die Redaktion zu sehr ab.
Zähneknirschend wurde also dieser Beitrag vom Misthaufen Mauswohn gezerrt und bruzzelt nun unter der Almsonne vor sich hin. Insgeheim hoffen hier alle, dass das Filmmaterial auf diese Weise schnell verbrennt.
Der kluge Betrachter betätigt in diesem Falle gar nicht erst die Play-Taste. Der gelangweilte Stubenhocker mit Hang zur Risikobereitschaft kann den Schritt durchaus wagen und sich der Betrachtung hingeben.
Wie immer wird keinerlei Haftung für diesen Kuhmist übernommen.
Die Redaktion wünscht mehr oder weniger viel Vergnügen mit einem Film, der wohl lediglich die letzten kleinen Löchlein im Sommerloch stopfen kann und dann gänzlich in der heißen Atmosphäre verpuffen wird. Wer also nichts Besseres zu tun hat, als sich die Zeit mit schwachsinnigen Kuhgedanken zu vertreiben, ist hier mal wieder genau richtig! 🙂

 

 

©mauswohn