Alles hat seine Zeit

Der Wind weht. Der Wind dreht. Stille. Es riecht nach Veränderung. Die Tiere auf der Alm genießen ihr Leben, während Herr Schrödinger wie eh und je seiner Arbeit nachgeht.
So wird es weitergehen. Leise. Unbeobachtet. In Gedanken.
Die Zeit ist gekommen, einen Wechsel einzuleiten.

Um es mit Hermann Hesse zu sagen:
„Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.“

Nun brechen wir auf zu neuen Ufern. Wohin die Reise gehen wird, ist ungewiss. Wir warten ab, was auf uns zukommt. Seit jeher haben wir es so gehandhabt, einen klaren Schlussstrich zu ziehen, wenn man spürt, dass neue Wege warten, bewandert zu werden.
Die Alm schließt ihre Pforten. Die Bloghuette wird für jeden weiterhin zugänglich sein.
Und wir arbeiten andernorts an anderen Dingen, bewegen uns in neuen gedanklichen Kreisen, erschließen unbekannte kreative Räume. Und wer weiß, vielleicht kehren wir eines Tages wieder. Auf einer neuen Bloghuette. In neuem Gewand. Warten wir es ab …

Ich möchte mich ganz herzlich bei allen treuen Almbesucherinnen und Besuchern für ihr regelmäßiges lesen und kommentieren bedanken. Der kreative Austausch und die Kommunikation, die jeder auf seine ganz eigene Weise an den Tag gelegt hat, haben mir, und hoffentlich auch Ihnen, große Freude bereitet und das Bloghuettendasein zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht. Ich wünsche allen weiterhin ein erfülltes Sein und Freude an dem was Sie tun. Ob virtuell auf den wunderbar vielfältigen Bloghuetten oder im realen Leben. 🙂

So long, die Kuh aus Malibu grüßt von Herzen
Mallybeau … und wer weiter Neues von Mauswohn sehen möchte, findet hier immer wieder Nachschub 🙂

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Auf zu neuen Ufern …

Der sagenhaft, einzigartige 3D-Heinrich

Dunkelheit. Irgendwo in den unbekannten Weiten galaktischer
Sphären. Es rattert. Es rumort. In rhythmischen Klängen knarzt eine Maschine unermüdlich vor sich hin. Groß, gewaltig, übermächtig steht ein technisches Monstrum inmitten eines engen beschaulichen Hausflures und befolgt genaue Anweisungen. Herr Heinrich steht an den Apparaturen und drückt Knöpfe, betätigt Hebel und begutachtet mit prüfendem Blick sein Ergebnis.
Hier ist sein kreatives Schaffenszentrum. Hier kreiert Herr Heinrich unglaubliche Dinge mit seiner unglaublichen Maschine. Bisher blieben seine Kreationen im Verborgenen. Zu bescheiden ist der große Künstler.
Doch heute wagt er einen Schritt an die Öffentlichkeit. Sein neuestes Werk hat er mit Hilfe seiner Maschine fertig gestellt. Zufrieden verpackt er es und bringt es zur Post. Hoffentlich gibt es keine Probleme bei der Abfertigung, denkt Herr Heinrich. Man kennt scließlich die Schlampereien bei den Paketdiensten. Und ein Verlust seines Werkes wäre eine Katastrophe.
Doch wider Erwarten verläuft alles reibungslos. Der Briefumschlag macht sich auf die Reise durch endlose Irrungen und Wirrungen des Postwesens. Bis eines Tages ein Postwesen unvermittelt an der Türe der Alm klingelt. Überrascht öffnet Hausmeister Schrödinger die Türe und nimmt ein handliches Paket aus dem Hause Heinrich entgegen.
Freudig wird die Ware auf dem Wohnzimmertisch platziert. Noch bevor der Umschlag geöffnet wird, ertönt ein leises muhen. Melden sich die Kühe im Stall? Unmöglich, die sind auf der Weide. Nein, die Kuhklänge erschallen aus dem Briefumschlag. Es wird sich doch nicht um einen verbotenen Tiertransport handeln?
Besorgt wird nun zum Cutter gegriffen, um das Kuvert zu öffnen.
Langsam wird die Lasche geöffnet, es raschelt, es muht und mit einem strahlenden Lächeln blicken wir in die Augen einer freundlichen Kuh. DAS ist wirlich eine Überraschung. Den Transportweg scheint sie problemlos überstanden zu haben. Zufrieden stiefelt sie aus dem Umschlag und sieht sich im Wohnzimmer um. Und wir sehen die Kuh an.
Da haben wir wohl einen neuen Almmitbewohner bekommen. Eine Kuh aus den Händen von Herrn Heinrich. Aus seinem sagenhaft einzigartigen 3D-Drucker, mit dem er unermüdlichen in seinem Hausflur eine Skulptur nach der anderen kreiert und mit dieser grandiosen Almkuh zu Höchstform aufgelaufen ist.
Ist sie nicht schön geworden? Völlig von den Socken, ob dieses völlig unerwarteten Geschenkes bedanken wir uns von ganzem Herzen bei dem großartigen Herrn Heinrich, der uns mit seiner kreativen Ader immer wieder überrascht und hier ein ganz besonders tierisches Geschenk gemacht hat. Wer hätte gedacht, dass Kühe aus dem 3D-Drucker kommen und in der Fabrik von Herrn Heinrich entstehen? Man lernt eben immer noch dazu … muh 🙂

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Die 3D-Kuh aus dem Hause Heinrich
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Rank und schlank passt sie durch jede Ritze … und in jeden Briefumschlag
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Ein herzliches Willkommen dem neuen Almmitglied

 

©mauswohn

 

 

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TMR – Die Todesmausreiter rücken an

Horrormeldungen ereilen uns.
Medienberichten zufolge werden unzählige Scharen weißer Todesmäuse einer außerirdischen Macht die Erde bevölkern.
Sie nutzen die schaurigen Halloweentage, um mit ihrem gruseligen Aussehen unbemerkt in Supermärkte auf der ganzen Welt einzudringen. Die Mäuse werden von geschulten Skeletten geführt, die sie zielgenau zu den Süßwarenregalen beordern. Dort werden sie sämtliche Vorräte an Lebkuchen, Dominosteinen und anderen Weihnachtsleckereien entwenden und auf den noch nicht entdeckten Planeten der Todesmausreiter transportieren.
Wir raten daher dringend, sich rechtzeitig mit ausreichend Weihnachtsgebäck einzudecken oder passende Lebkuchenrezepte bereit zu halten, um über die bevorstehende Weihnachtszeit zu kommen.
Es ist zu befürchten, dass die Übermacht der Todesmausreiter keine Süßwaren übrig lassen wird und wir einem zuckerfreien Weihnachtsfest entgegen sehen. Böse Zungen behaupten, es handele sich um einen geschickten Schachzug der Gesundheitsindustrie, doch jeder vernünftige Mensch weiß natürlich, dass weiße Mäuse keine Einbildung sind.
Deshalb: ran an den Speck, bevor es die Mäuse tun 🙂

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Eine Todesmaus beim Verzehr von Zuckergußresten

 

©mauswohn
Gif: Internet

 

 

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Halloween-Herbst-Lyrik: Abgebrannt

Herr Meier fühlt sich abgebrannt,
so wie er es noch nie empfand.
Wie kommt das nur, was ist geschehn?
Er kann den Kopfschmerz nicht verstehn.
Du reibst Dich auf, sagt seine Frau.
Da hat sie Recht, denn sie ist schlau.
Schon lange sind sie jetzt ein Paar
seit über einem ganzen Jahr.
Als er sie traf mit weißem Haar
da war es ach so wunderbar.
Doch als er Reibung sucht mit ihr
ergrauten Haare da und hier.
Er fing so rasch aus lauter Liebe Feuer
das war der Dame überhaupt gar nicht geheuer.
Jedoch sie kennt die alte Leier
bisher brannte jeder ihrer Freier.
Ach es ist schon großer Mist
dass eine Zündholzschachtel sie doch ist.
Bei der Liebe sieht die alte Schachtel rot,
jeder Manne reibt sich an ihrer Hülle tot. 🙂

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Herr Meier hat sich an seiner Frau zu sehr aufgerieben und fühlt sich nun abgebrannt.

 

©mauswohn
Bildquelle: Internet

 

 

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Rhabarber auf der Flucht

Essen Sie auch so gerne Rhabarberkuchen? Oder Rhabarberkompott? Oder Rhabarber… was auch immer. Wir auf der Alm lieben das Gewächs mit dem wunderbar säuerlichen Geschmack, das sich vielseitig mit anderen Lebensmitteln kombinieren lässt.
Und so haben wir gleich neben dem Kartoffelacker am Waldrand eine herrliche Kolonie von mittlerweile üppig spriesenden Rhabarberbüschen gepflanzt. Seit Jahren hegt und pflegt unser Herr Schrödinger die Gewächse und schneidet regelmäßig zur Erntezeit die dicken Stängel, um sie zu schmackhaften Leckereien zu verarbeiten.
Nun machte sich auch in diesem Jahr unser guter Hausmeister auf den Weg, um die erste Rhabarberernte einzufahren. Vergnügt schritt er den Waldpfad entlang und genoss das Gezwitscher der Vögel. Herr Schrödinger träumte bereits von einem süß duftenden Rhabarbermus, das er als erstes zubereiten wollte.
Doch was musste er erblicken, als er das Ende des Kartoffelackers erreichte? Der Rhabarber war verschwunden. Wie konnte das geschehen? Umgehend untersuchte unser Hausmeister die kahlen Stellen am Boden, die nur noch kleine Löcher im Erdboden aufwiesen. Kein einziges Pflänzchen mehr zu sehen.
Seltsam, von Rhabarberdieben war nichts bekannt. Um nun eine voreilige Panik zu vermeiden, fragte Herr Schrödinger die Tiere im Wald, ob sie irgend etwas beobachtet hätten. Zunächst ein Achselzucken beim Igel, ein Kopfschütteln des Buntspechtes, doch beim Regenwurm wurde er fündig. Richy Rainworm, vor unzähligen Jahren aus Großbritannien eingewandert bzw. eingekrochen, lebt schon lange im Waldboden und weiß sich bestens zu orientieren. Nicht nur, dass er jeden Erdklumpen, jedes Gewächs und jeden Waldbewohner persönlich kennt, er kriecht regelmäßig mit seiner Polaroidkamera die Wege entlang und knipst, was ihm vor die Linse kommt.
Und so fing er auch die Flucht eines Rhabarberstrauches ein, der nicht länger wie angewurzelt an Ort und Stelle bleiben wollte und dadurch bereits übersäuert war. Er rannte einen Waldpfad entlang und hatte den Regenwurm nicht gesehen. Auf diese Weise sind wir im Besitz eines Fahndungsfotos:

Rhabarber geflohen
Wir bitten Sie nun inständig, Augen und Ohren offen zu halten. Laut Richy Rainworm gibt der Rhabarberstrauch raschelnde Geräusche von sich, trägt einen dunkelblauen Zweireiher und schwarze bequeme Lederschuhe. Er interessiert sich für Poesie, klassische Musik und isst gerne Leberwurstbrote. Sollten Sie unserem scheuen Rhabarbergewächs begegnen, verwickeln Sie ihn möglichst in ein Gespräch über Kunst, Kultur oder Schuhe. Versuchen Sie nicht, den Rhabarber zu verunsichern, indem Sie Pommes Frites, Boulevardzeitschriften und Fußball erwähnen. Dadurch wird er leicht reizbar und zieht sich erst recht zurück.
Bieten Sie ihm stattdessen ein schattiges Plätzchen in gutem Erdboden an. Morgens trinkt er gerne frischen Waldkaffee aus gebrühten Kieferbohnen und Regenwasser. Wenn er gut gestimmt ist, lässt er sich möglicherweise überreden zur Alm zurückzukehren. Ansonsten stellen Sie sich am besten schon mal auf ausgiebige kulturelle Gespräche mit unserem sauren Freund ein.
Wer hat unseren Rhabarber gesehen? 🙂

 

©mauswohn
Bildquelle: Internet

 

 

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