Biggi bringt den Müll rein – ein kunsthistorischer Meilenstein

„Bring endlich den Müll runter“ … in keifender Befehlsform geschriehen oder mit penetrantem Nachdruck alle 10 Minuten aufgesagt … so oder so ähnlich graut es wohl den meisten Menschen vor diesen Worten. Schließlich will man lieber gemütlich auf der Couch liegen oder sich der Bierdeckelsammlung widmen. Der Müll kann warten.
Dieser Null-Bock-Haltung unseres eigenen Mülls gegenüber hat sich nun die weltberühmte Künstlerin Birgit Tetenwihl-Zesch angenommen, die hier auf der Alm vor knapp zwei Jahren mit ihrer Objektkunst „Richtungsmäßig“ für Furore sorgte.
„Wir alle sollten uns diszipliniert aus unserem Dreck ziehen und die Chance wahrnehmen, damit reich und berühmt zu werden“, sagt die Rostocker Künstlerin selbstbewusst.
Aus jedem von uns könne innerhalb kürzester Zeit ein angesagter Star, ein großer Künstler werden.
Wie das, mag sich der skeptische Leser und Müllverachter fragen? „Ganz einfach“, fährt „die Zesch“ in einem Chatinterview mit uns fort. „Haben Sie sich mal ihren Kompost, den Mülleimer oder andere Abfallprodukte im Haushalt etwas genauer betrachtet? Denken Sie nicht bei dem ein oder anderen Anblick an ein abstraktes Werk aus dem Museum of Modern Art? Könnte das nicht Kunst sein? Es ist alles eine Frage der Sichtweise. Dafür bedarf es keiner teuren Designerbrille und man muss nicht Picasso heißen, um berühmt zu werden. Das sehen Sie an mir. Ich heiße Zesch und habe Weltruhm erlangt.“ 
Und so zeigte uns das nie rastende Multitalent eines ihrer neuesten Werke aus der Reihe „Es gibt keinen Müll, nur unkreative Menschen“.
Das Werk trägt den Titel „Vergängliches Frühstück im Plastikkosmos“.

Alltagskunst müll
„Vergängliches Frühstück im Plastikkosmos“. Momentaner Wert: 1 Glas Gurken und drei Frühstückssemmeln.

Unspektakulär und doch in sich stimmig. Farblich zurückhaltend, ein homogen zusammengemengter Abfallhaufen. Ein Werk, entstanden ohne größere künstlerische Hintergedanken mit geringem Arbeitsaufand.
„Vom Müllsammler zum Millionär“, ruft uns die Künstlerin begeistert durchs Mikrofon zu und versucht mit Elan und Überzeugung ihre Idee dem Publikum kund zu tun.
„Heutzutage ist schließlich alles erlaubt“, schwelgt die Dame weiter. „Wir alle sind Künstler und Müll hat nun wirklich jeder zu Hause. Wir sind ja ganz schöne Dreckschweine, wenn man es genau nimmt. Aber gerade hier müssen wir das Negative ins Positive kehren, das Übel an der Wurzel packen und daraus Kapital schlagen. Dem Status als angehender Superstar steht nichts mehr im Wege.
Wichtig ist, dass Sie den heimischen Müll als etwas Besonderes verkaufen, auf ein Podest stellen und als Ihr eigenes Kunstwerk proklamieren. Wer sich in Selbstvermarktung gut auskennt wie ich, wird natürlich umgehend eine Website erstellen, auf der die Alltagskunststücke präsentiert werden. Schon gesehen? dreckskolumne.zesch.com? Dort finden Sie alles Wissenswerte. Is überragend geworden. Wie alles, was ich anpacke. Der Instagram-Auftritt darf natürlich nicht fehlen. Darum hat sich mein Vetter Joe aus Husum gekümmert. Man muss natürlich auch die richtigen Kontakte haben. Sonst isses schwierig. Und Schlagzeilen in regionalen und überregionalen Zeitungen sind logischerweise von Vorteil, wenn Sie es mit Ihrem Müll mal so weit bringen wollen wie ich.
Da werden Kunstmäzene schnell hellhörig, Internetfirmen wittern ein großes Geschäft und werden für Ihren Dreck einen ordentlichen Batzen Kohle hinblättern.
Also Leute, es lohnt sich, den Mülleimer künftig zu hegen und zu pflegen und den Haushalt mit kreativen Augen zu betrachten. Heißt ja nicht umsonst, dass man aus Schei… Geld machen kann. Aber ich möchte ganz klar darauf hinweisen, dass durch die kreative Arbeit und das in Szene setzen des Mülls das Niveau an Erhabenheit gewinnt und der scheinbar plumpe Hausmüll museumsreif wird und sich eindeutig vom Gossendasein und Toilettenlevel distanziert.
Werden Sie zum Künstler! Machen Sie mit! Zeigen Sie uns Ihren Müll. Schreiben Sie uns von Ihren künstlerischen Papierkorberfahrungen. Ich bin mir sicher, Ihr zu Hause gleicht einem Museum der Extraklasse und Sie sind der Alltagskünstler von morgen!
Also los, bringen Sie den Müll rein, bevor Ihnen der neidische Nachbar die besten Eierschalen vom Kompost mopst und zur Wertminderung Ihres Kunstwerkes beiträgt!
Und denken Sie daran, ich bin das beste Beispiel, dass man stets großen Müll produzieren kann. Ich habe es geschafft.“
Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihre Biggi von der Rostocker Müllhalde 🙂

Übrigens: Das Werk „Vergängliches Frühstück im Plastikkosmos“.
wird bei Aldi für einen guten Zweck versteigert. Wir beginnen mit einem Einstiegspreis von 1 Glas Gurken und drei Frühstückssemmeln.

Dieser kunsthistorische Meilenstein der Zesch sollte uns zum Nachdenken anregen. Auch wir haben das Zeug zu einem Künstler, den die Geschichtsbücher nicht vergessen werden. Packen wir es an. Welcher Müll schafft es zuerst in die Museen dieser Welt? Zeigen Sie uns Ihre Schätze 🙂

 

 

 

©mauswohn

 

 

 

 

 


Wärbung

Universität Tübingen

Bildschirmfoto 2019-01-02 um 17.38.18

 

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63 Gedanken zu “Biggi bringt den Müll rein – ein kunsthistorischer Meilenstein

  1. Guten Abend meine eingeschneiten Almfreunde!
    Ihr solltet ganz ab vom künstlerischen Faktor in jedem Fall dazu übergehen, eure Küchenabfälle zweifach zu verwerten, denn im Wetterbericht haben die Frösche gerade von weiteren 60 cm Neuschnee bei euch gequackt! 🙀
    Ich vermute, der verweht gleichzeitig den Trampelpfad zum ortsansässigen Versorger! 🙀
    Kocht also die Reste noch mal auf, kippt anständig Wasser dran, falls sich Gäste einstellen – aber bringt die alten Pommes in Sicherheit, da hat schon mal einer für Millionen angesahnt!

    Und wenn alle Stricke reißen, sendet einfach einen Hilferuf nach Mülheim ab. Wir hier in den Tropen helfen immer weiter!

    ❤️

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    1. Liebste Notversorgerin!

      Danke für Deine Tipps. Auf Dich ist wie immer Verlass. An derlei Maßnahmen habe ich in ähnlicher Form bereits gedacht. Ich kippe den Kompost wie immer im Garten aus und warte bis die hungrigen Wölfe, Füchse und Hasen aus dem Wald geschlichen kommen und sich daran laben. In diesem Augenblick schnappt die Falle zu und wir haben statt Kompostfraß vorzügliche Festtagsbraten. Aber das gilt natürlich nur für die äußersten Notfälle. Ich denke nicht, dass es so weit kommt und werde in jedem Falle zunächst die Mülheimer Notversorgung in Anspruch nehmen 🙂

      Liebe Grüße von der Schneefront
      Mallybeau

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  2. Liebe Frau Mallybeau,
    … immer verpasst man die besten Projekte. Gerade ist der Müll ausgelaufen, hat sich selbständig gemacht. Übergelaufen ist er … so bedauerlich. Dabei hatte er gerade erst seine eigene eigene Parfümmarke entwickelt …

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    1. Liebe Frau Thoring!

      Die Duftmarke ist natürlich ein nicht zu verachtendes Element eines solchen Müll-Kunstwerkes. Der Nachteil ist nach wie vor, dass nur die umliegende Nachbarschaft in den Genuss der Geruchsnote kommt.
      Doch Frau Tetenwihl-Zesch arbeitet fieberhaft an einer weltweiten Übertragung von Gerüchen per App. Damit dürfte das Müllkunstwerk neue Maßstäbe und auch die kleinsten Riechkolben erreichen 🙂

      Herzliche Grüße
      Mallybeau

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            1. Die Zesch wickelt mit ihrer fröhlichen Art jeden um den Finger. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie ihre komplette Umgebung zu einer Fotosession im Mülleimer überredet hat. Und wer was auf sich hält, bleibt natürlich einem Großereignis dieser Künstlerin nicht fern.

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            2. Liebe Frau Thoring!

              Ich danke für Ihren Besuch. Kommen Sie gut durch die Winterzeit. Der Schnee verdeckt ja glücklicherweise den ein oder anderen Müll 🙂

              Herzliche Grüße
              Mallybeau

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  3. Liebe Mallybeau Mauswohn,
    ich sitze fassungslos und sprachlos vor dem Bildschirm.
    Ich darf mich nun allerdings nicht allzu abfällig über Kunst äußern, da jemand aus meiner Familie damit Geld verdient, dass andere, die Kunst produzieren, sie ausstellen können.
    Das Wort Kunst (lateinisch ars, griechisch téchne) bezeichnet ja im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist. Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. Was ja auf den Mülleimer genial zutrifft. Der Formationsprozess des Kunstbegriffs unterliegt permanent einem Wandel, der sich entlang von dynamischen Diskursen, Praktiken und institutionellen Instanzen entfaltet.
    Vielleicht beruft sich die Zesch ja darauf?!?
    Lassen wir sie in dem Glauben – ist wohl besser so!
    Gruß Heinrich

    Gefällt 3 Personen

    1. Lieber Herr Heinrich!

      Chapeau! Man merkt, dass Sie aus einer künstlerisch gebildeten Familie stammen und den Wink mit dem Mülleimer sogleich verstanden haben.
      Die Zesch unterliegt mit ihrem Konglomerat aus Müll und Kunst den strengen Richtlinien der Mülltrennungsverordnungen, Gütesiegeln und Verpackungsanstalten und schafft es dennoch, den verblüfften Betrachter, also uns, mit ihrer trickreichen Ästhetik zu umgarnen.
      Besser als Sie hätte es die Zesch mit Sicherheit auch nicht formulieren können.
      Ich denke, Sie wird Sie demnächst noch kontaktieren. Ein Drohnenflug über ihr Müllgesamtkunstwerk fehlt ihr nämlich noch 🙂

      Herzliche Grüße
      Mallybeau … was für ein Müll

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      1. Lieber Herr Moser!

        Was für ein großartiger Slogan. Der beflügelt alle Zeschanhänger, mit freudigem Elan die Müllkunst weiter zu zelebrieren und diese Worte fröhlich hinaus zu posaunen.
        Es fehlt nicht viel und einem Müllmusical mit im Chor singenden „Zisch Zesch away“ Müllengelchen steht nichts mehr im Wege 🙂

        Herzliche Grüße ins verschneite Wien
        Mallybeau

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    1. Liebe Priska!

      So ist es. Wir müssen den ganzen Müll einfach positiv sehen. Im Grunde sind wir alle museumsreif, einzig die Vermarktungsstrategie unterscheidet momentan noch den Otto-Normal-Müllkünstler vom Super-Müller 🙂

      Herzliche Grüße ins Müllchaos
      Mallybeau

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    1. Liebe Daggi!

      Super! Endlich kommt Rhythmus in den Müll. Bisher stank er nur zum Himmel und hat sich farblich etwas unansehnlich im Eimer präsentiert. Doch diese rockige Note beflügelt wohl auch den letzten Miesepeter, nun doch endlich die Tonne von der Straße zu holen und ins Wohnzimmer zu kippen. Danke für diese musikalische Unterstützung 🙂

      Vermüllte Grüße
      Mallybeau

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  4. Liebe Mallybeau, ich bin ja ein Banause. Ein ganz schrecklicher. Aber hier, hier kann ich mithalten und ja, ich sehe die Ästhetik in dem von ihnen fotografierten Müll. Allerdings interessiert mich dann doch wieder mehr, was es leckers zum essen gab. Ich bin nicht nur Banause, sondern auch verfressen.
    Herzlichst, ihre Mitzi

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    1. Liebe Mitzi!

      Da haben Sie Frau Tetenwihl-Zesch auf eine großartige Idee gebracht.
      Die ausgestellte Müllkunst wird gleichzeitig zum Rätselobjekt. Und wer alle Essensreste richtig rät und daraus sogar noch Rückschlüsse auf ein ganzes Gericht ziehen kann, erhält den Museumskatalog gratis.
      Sie erhalten für diese fantastische Ideengebung selbstverständlich die Hälfte der Gewinne … natürlich vom Geld, nicht vom Müll 🙂

      Herzliche Grüße
      Mallybeau

      Gefällt 2 Personen

  5. Iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiih, liebe Mallybeau, als ich in den Mülleimer blickte, verging mir ein wenig die Lust auf Kunst. Aber dann habe ich mir gesagt: „So ist das Leben, Clara, also auf und einfach mitmischen.“
    Dann las ich deine Worte: „Dafür bedarf es keiner teuren Designerbrille und man muss nicht Picasso heißen, um berühmt zu werden.“ Und gleich dachte ich an deine und meine – bei dir oft, bei mir nicht so oft, vorhandene Kreativität und mir kam der Gedanke. dass wir endlich die Designeragentur MM&CH gründen sollten. Du machst die Werke, also die Arbeit, und ich mache den Vertrieb – und das Geld streichen wir beide ein.
    Wenn wir dann reich und berühmt sind, verraten wir niemandem, wie wir das gemacht haben.
    Also lass es uns 2019 endlich anfangen.
    Arbeitsmüllbereite Grüße von
    Clara

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    1. Liebe Clara!

      Großartig! Deine Idee ist wie immer super.
      MM&CH wird unsere neue Designagentur heißen. An Müll fehlt es ja nicht. Da können wir wirklich den großen Reibach machen und uns von den Millionen dann eine chice Yacht kaufen, mit der wir die Gewässer in der Karibik verpesten und die Plastikröhrchen von Bord werfen 🙂
      Ist Dein Mülleimer eigentlich lila? 🙂

      Liebe Grüße aus der untersten Chefetage von MM&CH
      Mallybeau … wühlt mal wieder im Dreck

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  6. leider is das kein müll
    bei uns landet sowas auf dem kompost
    und wird die pflanzerde von morgen
    oder üüüübermorgen
    von uns gibts keinen “ biomüll “
    für den energieversorger
    soll er sich doch paar eineurofuffzigkräfte anstellen
    der die kuhweiden absammelt sprich die kuhfladen
    einsammelt
    ööhm da ich ja dann auch wieder zur arbeit mitdarf
    hätten wir da seit 1.1. wieder freie termine
    für sowas
    nach nem weiteren blick in den kübel da oben
    mein ich gutes frühstück
    bratkartoffeln mit zwiebel ei und schinken
    eine gute wahl 🙂
    das gibt kraft
    zum schnee schieben
    🙂
    tja schneefall
    in den bergen
    im winter
    da sollten die grünen mal nen gesetz gegen
    erfinden
    sowas geht ja garnich
    ich taps denn mal wieder über die nasse wiese ohne schnee 😦
    gruß bella 🙂
    hier haben die buchen eichen und birken schon knospen

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    1. Liebe Bella!

      Die gute Frau Zesch hat von diesen genauen Bezeichnungen einfach keine Ahnung. Bei uns kommt das alles natürlich auch auf den Kompost. Eine Biomüllabfuhr haben wir hier noch nicht. Aber seit daraus Kunst gemacht wird, werden die Müllmänner vermutlich bald gar nicht mehr hier vorbeikommen und uns auf unserem Konglomerat an Seltsamkeiten sitzen lassen 🙂
      Aber für euch ist natürlich immer ein Knochen übrig. Und das ist die Hauptsache. 🙂

      Herzliche Grüße
      Mallybeau

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      1. meine alten knochen landen auch auf dem kompost 🙂
        die dauern aber länger mit der kompostierung
        der ronny baut unsere haufen so aller zwei jahre um
        aussieben und wieder neu zusammenschütten
        drin buddeln tu ich nich
        da is nix verwertbares für mich drin
        also hier in der gegend
        muß man glaub strafe zahlen
        wenn man keine biotonne hat
        aber so is das halt in der stadt
        wie is denn so die schneelage ?
        bei euch
        bei uns is nix
        nur grüne wiese 😦
        gruß bella 🙂

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          1. ohh 😦
            so schön bei euch
            schnee schippen is doch toll 🙂
            allemal besser als durch pfützen zu watscheln 😦
            ich möcht auch solch wetter haben wie ihr 😦 🙂 🙂
            im yukon bei ner blogfreundin sind 30 grad minus
            und schnee haben die auch
            stau haben die keinen
            und jammern tun die auchnich
            die haben das ja jedes jahr 🙂
            schick mir was von deinem schnee
            wenn du was übrig hast 🙂
            wir nehmen es dir ab in allen mengen 🙂
            gruß bella 🙂

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            1. Immer gerne. Wird gleich verpackt. Die Mengen halten sich hier auch noch in Grenzen, so dass wir noch nicht jammern müssen. Und zum anschauen ist es natürlich schön.
              So, die Schneepost ist unterwegs 🙂

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  7. Liebe Mallybeau,
    jaja, der Müll, der kann hier auch immer warten und warten und warten, schließlich kann ich das hier ja geradezu gebetsmühlenartig vor mich hinmurmeln, daß er runter muß, Mimi guckt mich dann immer ganz begeistert an, sie mag wohl den Sing-sang meiner Worte, aber runterbringen muß ich ihn ja dann doch wieder ganz alleine! Und das, wo ich schon Anflüge von Frühjahrsmüdigkeit bei mir ausmachen kann, denn im Gegensatz zu eurer eingeschneiten Alm regnet es hier endlos vor sich in ewigem Dauereinheitsgrau! (Ich wußte es im brühheißen Sommer des letzten Jahres, wir werden doch wieder über Dauerregen meckern, lach!)
    Und dann kommt da so eine Künstlerin namens Birgit Tetenwihl Zesch und was macht sie mit dem Müll? Sie macht ein Kunstwerk draus! Ich bin begeistert! „Vom Müllsammler zum Millionär“, das hat uns geradezu elektrisiert, und da Balkonien gerade winter- und wetterbedingt außer Funktion ist, haben wir bereits Überlegungen angestellt, daraus über die Winterzeit eine wechselnde Müll-Collage zu errichten, je nach Lust und Laune farblich oder eher dezent grau aus Ascheresten, wir werden berichten!
    Mimi hätte dann aber auch noch ein eigenes Kunstwerk zu zeigen, sie arbeitet aber da eher mit Müll aus Papier und Kartonagen, die sie wie zufällig angeordnet in einem Bild verteilt, vielleicht fällt das ja auch noch unter Müll-Kunst und sie wird eine reiche und berühmte Katze, hihihihi!

    Gute Nacht wünschen wir hinauf auf die Alm und kreatives Müllschaffen, liebe Grüße
    Monika und Mimi.

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    1. Liebe Mimi, liebe Monika!

      Diese seltsame Frühjahrsmüdigkeit hat auch uns erreicht. Oder ist es noch der Winterschlaf? Jedenfalls sind hier auch alle noch etwas träge und wenig erbaut, den Müll in die Tonne zu stopfen.
      Da kommt es schon besser an, die Sache ein wenig spielerischer zu bewerkstelligen.
      Ganz großartig finden wir eure Idee, je nach Jahreszeit die Müllkunst zu kreieren. Mit Sicherheit kommen da ganz faszinierende Gebilde dabei heraus. Unsere gute Frau Tetenwihl-Zesch klatscht begeistert in die Hände und wird es euch nachtun.
      Und Mimi dürfte mit ihrem Pappkartonwerk wohl Berühmtheit erlangen. Schließlich ist sie die erste Katze, die aus ihren Spielereien wahre Kunst macht. Zumindest ist uns kein anderes Tier bekannt, das die Marktlücke so rasch erkannt hat und kreativ tätig geworden ist. Wir schätzen uns glücklich, nun eine Fotografie dieses Meisterwerkes besitzen zu dürfen und werden es im Müllmuseum auf der Alm in Ehren halten 🙂

      Herzliche Grüße in die verregnete Grafschaft
      Mallybeau

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  8. Ösi Hauptquartier. In der Betriebsküche.

    Herr Ösi: Oben auf dem Berg
    bin ich bloß ein Zwerg.
    Gehe runter ich ins Tale
    nehm ich mit die Eierschale.
    Saftschubse: Wunderbar, Herr Ösi, sehr schön. Sie dichten wieder.
    Herr Ösi: Blüht zur Winterzeit der Flieder
    setz ich mich zum Dichten nieder.
    Saftschubse: Äh … der Flieder … im Mai …
    Herr Ösi: Ob im Winter oder Mai
    was ist da schon dabei?
    Saftschubse: Einerlei?
    Herr Ösi: Ich bin so frei.
    Saftschubse: Why?
    Herr ÖsI: Ich bin eine Versmaschine
    ich reim sogar auf der Latrine.
    Saftschubse: So genau wollt ich’s nicht wissen
    mancher Vers ist … nun ja … bescheiden.
    Herr Ösi: (sucht) Wo sind nur die Eierschalen
    ihr Verbleib – er macht mir Qualen.
    Saftschubse: Ach, die habe ich entsorgt
    dachte, sie wären nur geborgt.
    Herr Ösi: Oh nein! Oh nein! Du lieber Schreck!
    Nun sind die Eierschalen weg!
    Saftschubse: Was wollen sie mit diesem Dreck?
    Herr Ösi: Hab gebraucht sie heut zum Kochen.
    Darauf möchte ich nun pochen.
    Saftschubse: Sie??? Und Kochen?
    Da muss ich wirklich herzlich lochen.
    Herr Ösi: Während sie es finden lustig
    finde ich das ganze frustig.
    Saftschubse: Was hat Herr Ösi denn gekocht?
    Vielleicht hätt‘ ich es auch gemocht?
    Herr Ösi: Kann’s nicht sagen, denn es ist streng geheim.
    Saftschubse: Vermutlich kocht Herr Ösi einen Reim.
    Herr Ösi: Das Dichten ist ’ne brotlos‘ Kunst
    doch davon haben sie keinen Dunst.
    Saftschubse: Man sagt nicht Dunst, man sagt Schimmer.
    Herr Ösi: Werte Saftschubs‘, sie werden täglich schlimmer.
    Immer haben sie das letzte Wort.
    Saftschubse: Das ist der Saftschubs‘ mal ihr Sport.
    Herr Ösi: Andere Frage: Kennen sie die Zesch?
    Saftschubse: Diese Weibs’n resch und fesch?
    Herr Ösi: Die verwendet ihren Küchendreck
    zu ’nem ganz besond’ren Zweck.
    Die macht aus dem Küchenmüll
    unter lautestem Gebrüll
    einen Riesen Riesen Haufen Geld
    Saftschubse: Ja, verrückt, so ist die Welt.
    Ich habe das Gefühl
    sie wollen verkaufen ihren Müll.
    Herr Ösi: Genau. Wir verkaufen unser’n Trash
    künftig gegen ganz viel Cash
    werden einfach Millionär
    wie Bill Gates – ist gar nicht schwer
    rocken die Müllhalde … in Rostock
    Saftschubse: Au ja, darauf hab ich wirklich Bock!

    Liebe Frau Mallybeau,
    welch ein wundervoller Beitrag. Ganz große Klasse. Auf mein Foto von Küchenabfällen muss ich hier leider verzichten, denn, Sie ahnen es schon, Frau Saftschubse hat die Eierschalen leider längst entsorgt. Wenn ich das bloß geahnt hätte …

    Herzliche Grüße von der Schmuddelwetterfront 🙂
    Herr Ösi

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    1. Mallybeau: Herr Schrödinger, Sie wissens schon, was Sie heute ham zu tun.
      Herr Schrödinger: Ich stutze, liebes Hörnervieh. Darauf komm ich wirklich nie.
      Mallybeau: Ich hab Hunger, kochen Sie!
      Herr Schrödinger: Dazu brauch ich Fantasie.
      Denn ich hab nichts mehr im Haus ...
      Mallybeau: Was? es ist schon alles aus?
      Haben wir denn keine Eier mehr?
      Herr Schrödinger: Nein, die zog Herr Ösi rasch aus dem Verkehr.
      Mallybeau: Was soll das heißen, bitte sehr? Mein Magen ist so schrecklich leer.
      Herr Schrödinger: Herr Ösi werkelt streng geheim und ganz vetraulich. Nichts zu berichten, sehr bedau
      rlich.
      Mallybeau: Ein streng geheimes Ei-Projekt? Was da wohl wieder hinter steckt?
      Herr Schrödinger: Ich wüsst schon eine Möglichkeit, die Osterzeit, sie ist nicht weit.
      Mallybeau: Sie meinen, er versteckt die Ostereier? Das ist doch stets die gleiche Leier.
      Herr Schrödinger: Die Aliens sind sicher mit von der Partie, ohne die Gesellschaft geht es beinah nie.
      Mallybeau: Es wird auf jeden Fall ein Überraschungscoup und mit Sicherheit kein Schmu.
      Herr Schrödinger: Sie sagen es, verehrte Kuh, drum lassen wir ihn jetzt in Ruh. Dann kann er tüfteln, werkeln, reimen. Damit die Ei-Idee kann gründlich keimen.
      Mallybeau: Und die Frau Zesch die schicken wir zur Tonne, die freut sich über jeden Müll mit Wonne.

      Lieber Herr Ösi!
      Die Unmengen von Schnee die momentan in Bayern und Umgebung hernieder prasseln, scheinen Ihre Dichtkunst zu ganz besonderen Höhenflügen angespornt zu haben. Ein großartiges Meisterwerk, das im Gegensatz zu Frau Zeschs Müllkomposition alle Ehren verdient hat. Das hebt das Niveau des leicht in den Kompost abgedrifteten Almbeitrages um ein Vielfaches.
      Ich hoffe Sie kommen gut durchs Verkehrschaos … vielleicht lässt sich ja auch daraus ein künstlerischer Beitrag erstellen. Würde mich nicht wundern, wenn die Zesch am Straßenrand steht und Staukilometer für ihr nächstes Kunstprojekt zählt 🙂

      Herzliche Grüße aus dem Schneetreiben
      Mallybeau Schneekuh

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  9. Ha du, mir waret neilich in Stuagart im Kunschtmuseum, und da hommer genau so a Werk gsäa! Es war an Babierbolle in ’ner Vitrine, wie frisch aus #em Babierkorb. I woiß zwar net, wer des Kunstwerk gschaffe hat (vielleicht d’Butzfrau), aber jedefalls hat sich da jemand von Zesch’s Biggi inschbiriere lasse, jetzt woiß i des au!

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    1. Liebe Anhora!

      I ben pladd. Des hätt i jetzt et denkt, dass do scho jemand so an Müll ausgschdellt hot. Wars n bsondrer Bolla? Muss jo scho irgend a Gschichtle drhinter gwä sei. Toll, dass de des Bildle zeigsch. I glaub die Zesch wird glei neidisch ond kramt scho em Kuttroimr ob se au so äbbes fendet 🙂 Kunst isch halt doch bloß Müll … ond mir Schwoba wissat, worom mr so viel Wert auf Kehrwoch legat, gell 🙂

      Grüßle ausm Schnee
      Mallybeau

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      1. I woiß leider nemme wer des „Kunstwerk“ gmacht hot, i bin glei hoimg’rennt und hon in meim Babierkorb nachguckt. Was soll i sage? Lauter Kunschtwerke drin! I mach demnächst a Ausstellung, bisch herzlich zur Vernisage eig’lade. 😉

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          1. I dät bloß a baar Häpple anbiete, des isch stylischer und koschdet weniger. Also wenn du a baar kloine Mauldäschle bringe könntsch, däts mi freue. I bring a baar Fläschle Sekt mit, dass die Leut gut drauf sind, und unser Butzfrau (des isch d’Frau vom Hausmeischter) haltet dann d’Laudatio. 🙂

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            1. Perfeggt. Ond am Eigang schdell mr no oauffällig a Kässle na, vielleicht kriega mr jo doch a baar Kreuzr zamma.
              I han heit iebrigens in echt zom erschta Mol in meim Läba Mauldascha selbr gmacht.
              … i will mi jo et loba abr i hon scho schlechtr gessa 🙂

              Gefällt mir

            2. Selbergmachte Mauldasche?! Respekt!! Aber die nemmemer net für d’Vernissage. Die essemer lieber selber. Die Gäschde dätet des eh net merke, weil se so verdaddert von meine Babierbolle beschäftigt sind. 😉

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