Rohrkrepierer

Tosend rüttelt ein heftiger Sturm an den Rollläden, Regentropfen peitschen umher, Wassermassen fließen in Strömen den Hang hinab. Unsere Alm hat es hart getroffen. Nach der wochenlangen Dürreperiode werden wir nun von einer nicht enden wollenden Regenzeit eingeholt. Seit Tagen strömt es ununterbrochen. Die Pflanzen haben ausreichend getrunken und geduscht, die Wasserspeicher sind gefüllt, jetzt wäre es an der Zeit, eine kurze Unterbrechung einzulegen. Doch Pustekuchen. Das Regenwasser quillt aus den Straßenschächten, die örtliche Feuerwehr muss Keller leer pumpen. Ein Desaster. Derweil harren wir in der warmen Stube aus und warten, bis jemand die Leitung zur Himmelsschleuse schließt. Die Tiere liegen bequem auf den Sofas und schmökern in Comicheften während Herr Schrödinger in die Küche geht, um einen Pott Salbeitee aufzusetzen. Er nimmt den kupfernen Kessel vom Herd, hält ihn unter den Wasserhahn und dreht auf. Nichts. Kein Wasser. Erneut schließt und öffnet er den Drehknauf, doch kein Tröpfchen fällt aus des Hahnes Hals. Sogleich legt sich der emsige Hausmeister unter den Spültisch und erkennt mit fachmännischem Blick: Rohr verstopft. Das gibt es doch nicht. Draußen ergießen sich Bäche in Hülle und Fülle und drinnen wird einem der Saft abgedreht. Flugs holt Herr Schrödinger das entsprechende Werkzeug, um den Schaden möglichst rasch zu beheben. Auf dem Rücken unter dem Spültisch liegend, hält er mit der linken Hand eine Taschenlampe, mit der rechten versucht er ein Rohr zu lösen. Das Wasserrohr, aus mehreren Einzelteilen bestehend, hängt schief und verwinkelt unter dem Spülkasten. Unser Hausmeister hat alle Mühe, mit seinen kräftigen Armen an den Gewinden zu schrauben. Nach einiger Zeit gelingt es ihm, das erste Rohrteil zu lockern. Dreckige abgestandene Brühe tropft auf sein Gesicht. Mit einem lauten „Bäh“ wischt sich Herr Schrödinger den Morast mit einem Hemdsärmel hinweg und schraubt weiter. Die Rohrzange muss herhalten, die helfenden Hände unseres Almschimpansen umklammern die Lampe, doch die übrigen Rohre stecken fest. Wie angeschweißt verharren sie in ihrer Verankerung und lassen unseren Hausmeister fluchen. Es vergehen gute drei Stunden, bis Herr Schrödinger verzweifelt in die senkrechte Lage wechselt und sich seinen schmerzenden Rücken hält. Draußen prasselt weiterhin unaufhörlich der Regen. Und hier herrscht Ebbe. Es ist nicht zu fassen. Nach einer kurzen Pause versucht der Hausmeister erneut sein Glück und muss bald feststellen, dass er so nicht weiterkommt. Die Handwerker werden heute, an diesem Sonntag Land unter, wohl kaum auf die Alm hinauf schippern, um sich der Schwierigkeit anzunehmen. In solchen absoluten Notfällen telefoniert unser Herr Schrödinger immer mit der werten Frau Saftschubse vom Oesiblog. Die äußert versierte Dame weiß stets Rat und hat mit ihrer Kettensäge schon so manches Problem entzweit. Also hurtig die Ösi-App bedient. Frau Saftschubse hat nach kurzer Erläuterung der Lage auch prompt eine Idee. Herr Schrödinger legt sich nach ihrer Anleitung erneut unter den Spültisch und hält seinen Sprechapparat gegen die fest sitzenden Rohrverschlüsse. Und nun passiert etwas Unglaubliches. Rapmusik erklingt durch das Handy, fetzige Melodien und beschwingte Worte von Herrn Ösi wabern durch den Lautsprecher. Die Klänge legen sich um die verstopften Leitungen, bringen das ganze System in Bewegung und unser Hausmeister kann nach mehrmaligem anhören des Liedes ein weiteres Rohrteil lockern. Genial. Es klappt. Der Rap-Song wird in der Dauerschleife abgespielt und Herr Schrödinger bringt es tatsächlich fertig, Rohr für Rohr zu lösen, zu säubern und die verstopfte Stelle ausfindig zu machen. Und binnen 15 Minuten ist die ganze Sache erledigt. Kopfschüttelnd testet der Schimpanse den Wasserhahn. Er funktioniert. Rauschend ergießt sich frisches Nass ins Spülbecken und die Tiere im Wohnzimmer wiehern und muhen zustimmend Beifall. So hat es der sagenhafte Rap namens „Rohrkrepierer“ tatsächlich geschafft, die Leitungen kräftig durchzupusten und dafür zu sorgen, dass wir hier nicht in die Röhre schauen. Ein sensationeller Geniestreich unseres allseits beliebten Herrn Ösi! Wir empfehlen daher jedem, bei anstehenden Reparaturarbeiten auf die teuren Handwerker zu verzichten. Schalten Sie den Ösi-Rap ein und alle Sorgen landen im Abfluss. Oder wie das bekannte Sprichwort sagt: Ein Ösi im Haus erspart den Handwerker.

Wir danken dem werten Herrn Ösi für die fantastische Zusammenarbeit und Bereitstellung seines grandiosen Notfallvideos, dass uns noch einen wunderschönen Nachmittag mit wohltuendem Salbeitee beschert hat 🙂 Ein Hoch auf unseren Herrn Ösi!

Und für alle, die bereits zu Hause verzweifelt mit Werkzeugen hantieren, bieten wir rasch Hilfe. Der sagenhafte Rohrkrepierer löst Ihre Probleme im Nu:

 

Und nun steht hoffentlich niemand mehr auf der Leitung. 🙂

 

©mauswohn & Herr Ösi

 

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Ja ist denn heut schon Ostern?

Bevor es wieder spannende Neuigkeiten von der Alm zu vermelden gibt, überbrücken wir die Wartezeit ein letztes Mal mit einer musikalischen Aufführung aus dem Archiv. Nachdem die tanzenden Cookies zuletzt schon Lust auf Weihnachten gemacht haben, vollführt unser Macksi Maulwurf heute einen Eiertanz, um Sie auf das in Kürze anstehende Osterfest einzustimmen. Viel Vergnügen!

 

Und, haben Sie schon alle Eier bemalt? 🙂

 

©mauswohn

 

Cookie dance

Da der gute Hausmeister Schrödinger noch immer im Urlaub verweilt und die meisten Tiere ausgeflogen sind, müssen wir noch ein wenig auf die nächsten Weltsensationen und bahnbrechenden Almneuigkeiten warten. Um diese Zeit zu überbrücken, haben wir erneut unsere berühmt berüchtigte Keksdose geöffnet und lassen ein wenig die Cookies tanzen. Das sorgt hoffentlich für gute Laune und ist die richtige Einstimmung für das nahende Weihnachtsfest !

Viel Vergnügen 🙂

 

 

©mauswohn

 

Pizzatief Alfredo

Der Klimawandel hat uns voll im Griff. Während die Gletscher schmelzen, fällt in der Sahara Schnee und Orkane fegen über die Städte und hinterlassen ein Bild der Verwüstung.
Anstatt Atomkraftwerke, Autos, Plastikmüll und all die überflüssigen Dinge endlich abzuschaffen, macht der Mensch seinem Namen als Gewohnheitstier alle Ehre und stellt sich auf die neuen Wetterbedingungen ein, baut noch mehr Klimaanlagen und badet in Plastikplanschbecken.
Also steigen weiterhin die Pegelstände, während andernorts ein Sturm eine Großstadt verwüstet. Doch damit nicht genug. Vor zwei Tagen machte Margarethe C. aus Tirol eine ungewöhnliche Entdeckung.
Wie jeden Mittwoch knetete die 99-jährige Dame mit ihren knochigen Händen einen Pizzateig, den sie zu einem großen Fladen formte und mit ihren Lieblingszutaten belegte. Anschließend schob sie die Mahlzeit in den warmen Ofen und begann die Wartezeit auf die fertige Pizza mit dem häkeln rosafarbener Nasenwärmer zu überbrücken. Gelegentlich schielte sie in das Sichtfenster des Backofens, um sich über den Bräunungsprozess des Teigfladens zu informieren. Und was sie nun sah, schob sie zunächst ihrem fortgeschrittenen Alter und etwas verwelkten Geisteszustand zu.
Die Oberfläche der Pizza begann sich in wellenförmigen Bewegungen in gleichmäßigem Rhythmus zu verändern. Einmal bestand der Belag aus Tomaten und Kräutern, ein anderes Mal aus Spiegeleiern, Oliven und Käse. Geistesgegenwärtig griff Margarethe C. zu ihrem Handy, filmte diese ungewöhnliche Situation und postete sie umgehend auf allen sozialen Netzwerken. Die Reaktionen folgten prompt. Denn nicht nur sie hatte derlei Beobachtungen gemacht. Auch andere Haushalte berichteten von Stürmen im Kochtopf, tropischer Hitze im Kühlschrank und Schneefällen über der Grillpfanne.
Experten sind sich einig. Der Klimawandel schreitet unaufhaltsam voran und macht sich sukzessive in Wohnbereichen breit. Bei Frau C. handelt es sich augenscheinlich um Pizzatief Alfredo, das von Italien weiter nach Norwegen zieht und dort von einigen Schaulustigen bereits voller Vorfreude erwartet wird. Doch man sollte die Sache nicht auf die leichte Schulter nehmen. Was wie eine vergnügliche kulinarische Abwechslung erscheint, könnte sich zu ungeahnten Ausmaßen hochschaukeln.
Achten Sie in Ihrer Umgebung daher bitte auf ungewöhnliche Vorkommnisse jeglicher Art. Wir bitten, diese umgehend der Wetterstation im Bloghüttengebirge mitzuteilen, damit sie von Experten ausgewertet werden können. Auch Abbildungen mysteriöser Geschehnisse im Küchenbereich oder in Supermärkten helfen unserem Ermittlerteam weiter. Vielen Dank! 🙂

pizzawelle.gif
Pizzatief Alfredo wütete sage und schreibe 7 Stunden in Margarethe C.`s Backofen und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Die Pizza war selbstverständlich ungenießbar.

 

 

©mauswohn

Erfrischung gefällig?

Man glaubt es kaum. Es ist Sommer. Dieser Sommer, den man immer herbeisehnt, wenn im Winter der Schnee meterhoch vor der Garageneinfahrt liegt und Wasserleitungen aufgrund der Kälte zugefroren sind. Und nun umgarnt uns die Hitze und hindert das Wasser erneut durch die Leitungen zu fließen, indem es das Nass rasch verdunsten lässt. Immer hat unsereins etwas zu nörgeln. Fast immer jedenfalls. Wir hier auf der Alm haben mit der starken Trockenheit sehr zu kämpfen. Täglich müssen Schläuche um das Wurzelwerk der großen Bäume gelegt werden, um die Natur weiter am Leben zu erhalten. Die sonst so strahlend bunten Blumen wirken geknickt und haben Mühe Haltung zu bewahren. Ein drohender Waldbrand bescherte uns Alpträume. Als plötzlich gestern Abend völlig überraschend ein Gewitter hereinbrach. Ein kurzer Schauer von zehn Minuten, aber immerhin. Wir wollen schließlich nicht gleich wieder das Haar in der ausgetrockneten Suppe suchen. Herr Schrödinger weilt momentan im Urlaub und so musste ich an seiner Stelle das sammeln des Regenwassers übernehmen. Doch wenn man dann so im Regen steht und die nassen Tropfen auf der spröden Haut zu spüren bekommt, ist man hin- und hergerissen. Soll man artig die Gießkannen und Eimer mit aus der Regenrinne sprudelndem Wasser füllen oder sich doch eine kleine kostenlose Dusche genehmigen? Es sieht ja niemand. Fast niemand. Macksi Maulwurf war mit seiner Kamera zur Stelle, als ich mich, das Hirn von der Affenhitze ein wenig verbrutzelt, zum Affen gemacht habe und … ach, sehen Sie selbst 🙂

 

 

Also ich bin jetzt halbwegs erfrischt. Wie siehts mit Ihnen aus?

 

©mauswohn