Drei Lamas und ein Kretschmann

Politik. Bei diesem Wort zucken viele Menschen genervt zusammen und wenden sich ab. Zu häufig wird man mit nicht eingehaltenen Wahlversprechen enttäuscht, darf sich in Talkshows Woche für Woche die nicht enden wollende Phrasendrescherei anhören und sieht sich nun dem Scheitern der Jamaikakoalitionsverhandlungen gegenüber. Und mit Erschrecken stellt man fest, dass sich die Damen und Herren Politiker und Talkmaster mit Selbstverständlichkeit gewisser Slogans aus der Werbung bedienen und hierüber scheinbar keinen vernünftigen Satz mehr zustande bringen. So hört man nicht selten den Ausspruch: „Ich kann Superminister“ oder „Wir können Energiewende“. Der Grammatik ist wohl in dieses Fall in das Papierkorb gelandet.
Kein Wunder also, dass wir uns lieber anderen Dingen zuwenden und die Abgeordneten sich ordnen lassen.
Doch eine kleine Ausnahme gibt es in der Zeit der Politikverdrossenheit. Wuschel, Wanda und Wumpy heißen drei Lamas, die hier auf der Alm ein zufriedenes Dasein auf einer großen Weide mit saftigem Grase führen. Und im Gegensatz zu ihren Artgenossen begnügen sie sich nicht damit, das frische Grün zu ernten und die Landluft zu genießen. Nein, sie wollen mehr vom Leben und haben so vor einiger Zeit ihr Fernstudium an der Politikakademie in Übersee mit Auszeichnung bestanden. Denn unsere Drei wollen mitgestalten, sie wollen ein Wörtchen mitreden und sind seit jeher politikinteressiert. Doch damit nicht genug. Ihre Begeisterung geht so weit, dass Wuschel, Wanda und Wumpy einen Winfried-Kretschmann-Fanclub gegründet haben. Zum einen, weil sie angetan von seinem ruhigen und besonnen Auftreten sind, auch haben sie seine liebenswerte Gattin Gerlinde ins Herz geschlossen und … tja und die Frisur des Ministerpräsidenten Baden-Württembergs finden die Drei oberlamamäßig gut. Akkurat zurechtgestutzt wie ein englischer Rasen, das strahlt Korrektheit und Zuverlässigkeit aus.
Kurz, unsere Lamas waren dermaßen aus dem Häuschen, dass sie schnurstracks zum ortsansässigen Frisör getrabt sind und sich dort eine Winnie-Gedächtnis-Frisur haben schneiden lassen. Ein wenig verblüfft war der Coiffeur ob dieses ausgefallenen Wunsches zwar schon, doch der Kunde ist schließlich König und so kamen Wuschel, Wanda und Wumpy nach einiger Zeit frisch frisiert nach Hause und besahen sich im Spiegel. Das Gewieher hätten Sie hören sollen. Stolz wie Oskar schritten unsere Lamas gemütlich durch die Straßen, um auch wirklich von allen gesehen zu werden. Und das kam an. Alle zwei Meter mussten sie stehenbleiben und sich fotografieren lassen. Und auf der Weide angekommen, schossen sie ein Selfie (in diesem Falle Sel-Vieh) nach dem anderen.
Nun sind die drei Ausnahmeerscheinungen gewappnet und werden schon bald den Weg in die Politik antreten.
Und ohne zu viel versprechen zu wollen, wir sind sicher „Die können Kanzler“. 🙂

die Grünen

 

©mauswohn
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Oh Tannenbaum!

Ist die Weihnachtszeit vorüber, werden die Geschenke umgetauscht, lästige Besuche bei der Verwandtschaft im Terminkalender für ein Jahr abgehakt … und das Dasein des Weihnachtsbaumes findet sein Ende. Wer keine Plastiktanne oder einen Originalprachtbaum im Garten sein eigen nennen kann, schmeisst das teils noch mit Lametta behangene ausgediente Bäumchen lieblos in den Container oder lässt es am Straßenrand stehen.
Eine Schande, wie wir mit der Natur umgehen, nur um für einige Stunden ein wenig Grün im heimeligen Wohnzimmer mit kitschigen Basteleien behängen zu können.
Das finden natürlich auch die Weihnachtsbäume selbst, denen man rechtzeitig den Ast absägt, damit sie gar nicht erst zu Wort kommen. Wir trafen nun in den Wäldern auf der Alm einen Baum, der das Weihnachtsfest aus dem Jahre 1999 überlebt hat und seither im Unterholz ein ärmliches Dasein führt.
Bogumil Meierbeer heißt das Häufchen Elend, das einst ein stolzer Nadelbaum war. Zusammengefallen, von braunen Nadeln übersät, die meisten Äste abgestorben, blickt er uns ernüchtert an und hat jegliche Hoffnung verloren, dass jemand ein Herz für Weihnachtsbäume ergreift und diesem sinnlosen Sterben und Dahinvegetieren ein Ende bereitet.
Vor unzählig vielen Jahren stand der Nadelbaum Meierbeer inmitten eines dicht besiedelten Waldgebietes in Südschweden. Bis ein russisch stämmiger Norweger mit seiner Motorsäge in einer Nacht- und Nebelaktion den kompletten Waldbestand abholzte und die Bäume auf dem Weihnachtsmarkt als teure Edelgewächse verkaufte und nun als Multimillionär in Florida lebt.
Und der bemitleidenswerte Bogumil Meierbeer, damals mit kräftigen Astgabeln und sattem Grün ausgestattet, wurde von Familie Abermann zum Weihnachtsfest aufgekauft, in den Kofferraum eines Opel Astra gezerrt und nach Hause in die Eifel gekarrt.
Dort wurde er inmitten eines völlig überheizten Wohnzimmers auf einen Perserteppich gestellt, in einem Weihnachtsbaumständer arretiert, mit geschmacklosem Plastikspielzeug überhäuft und war auf diese Weise dem Erstickungstod nahe.
Doch Dank seiner Willenskraft und extra starken schwedischen Baumadern überlebte er eine grauenvolle Weihnachtswoche, in der bei Familie Abermann gesungen, geraucht, Geschenke verteilt und ausgiebig gegessen wurde. An sich nicht unbedingt etwas Verwerfliches, wäre der bedauernswerte Bogumil nicht so achtlos inmitten der Feierlichkeiten gestanden. Niemand gab ihm etwas zu trinken. Keine Frischluft wurde seinen Ästen zugeführt. Kurzum, es war ein klassisches Weihnachtsbaumschicksal.
Und am 25sten Dezember schlurfte Herr Abermann im Schlafanzug in aller Frühe auf die Straße und entsorgte das einstige Schmuckstück neben den Abfalltonnen.
Doch Weihnachtsbaum Meierbeer war noch von Lebensmut beseelt und beschloss, sich nicht einfach von den Müllmännern abholen zu lassen. So nahm er seine müden Äste in die Hände und schlurfte mit letzter Kraft zur nächsten Bushaltestelle.
Ein Ticket für Weihnachtsbäume gab es nicht, so versuchte er sich als Schwarzfahrer und schaffte es tatsächlich bis Stuttgart. Dort wollte er sich ein wenig erholen, wurde aber von der hohen Feinstaubbelastung in der Innenstadt sofort wieder vertrieben und trampte Richtung Tübingen. Dort hatte ein liebenswerter Metzgermeister Mitgefühl mit dem heruntergekommenen Baum und gab ihm wohlschmeckende Maultaschen in der Brühe zu essen. Dankbar und gestärkt machte sich der rastlose Bogumil Meierbeer weiter auf den Weg, hinaus aus der Stadt, weit weg von den Menschen, bis er auf der schwäbschen Alb landete. Dort verschwand er in einem Waldstück und konnte sich einigermaßen von den weihnachtlichen Höllenqualen erholen. Wie angewurzelt kann er freilich nicht mehr stehen bleiben, zu viel hat man ihm des breiten Stammes genommen. Doch mittlerweile hat er sich an das mobile Leben in der Natur gewöhnt und tritt nur vor die Kamera, um allen Weihnachtsbaumfanatikern aufzuzeigen, was für ein Häufchen Elend am Ende des Festes von solch einem Gewächs übrig bleibt.
Wir appelieren inständig an Sie, die kommende Weihnachtsdekoration sorgsam zu wählen. Lässt es Ihr Gewissen zu, einen stolzen Nadelbaum zu solch einem braunen Nadelkissen verkommen zu lassen? Alternativvorschläge werden jederzeit gerne entgegengenommen. Handeln Sie rechtzeitig, bevor es wieder heißt: Oh, Tannenbaum, oh Tannenbaum! 🙂

Oh Tannenbaum
Der in sich zusammengefallene Bogumil Meierbeer, ehemaliger Weihnachtsbaum bei Familie Abermann

 

 

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#Schrödingers diary 09

Pünktlich zum Wochenende ist es mal wieder soweit. Herr Schrödinger gewährt uns einen Blick in sein Filmtagebuch, bei dessen erneuter Durchsicht er einmal mehr überrascht war, was er da so alles erlebt hat. Aber wer kann schon all die gewöhnlichen und außergewöhnlichen Momente eines Lebens im Kopf behalten? „Ein Hoch auf die Festplatten und übrigen Speichermedien“, denkt sich unser Hausmeister und weist darauf hin, dass sich dieser Eintrag möglicherweise auf Handys und Tablets nicht abspielen lässt. Versuchen Sie es in diesem Falle bitte an Ihrem Heim-PC.

Vielen Dank und viel Vergnügen 🙂

 

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Gurken-Gerhard greift an

Nachdem unser Bananendackel Benedikt dank der unermüdlichen Mithilfe der Leserschaft über viele Umwege wieder auf der Alm eingekehrt ist und sich allgemein großer Beliebtheit erfreut, müssen wir heute eine tierische Schreckensmeldung verlauten lassen:
„Gurken-Gerhard greift an!“. Seit geraumer Zeit treibt ein gemeingefährlicher Gurken-Orka aus dem spanisch-karibischen Meer sein Unwesen in unseren heimischen Stuben. Lautlos taucht das gefräßige Gurken-Tier aus der Arbeitsplatte des Küchentisches auf, durchschneidet mit seiner messerscharfen Rückenflosse butterweich alles was ihm in die Quere kommt und macht im wahrsten Sinne des Wortes Hackfleisch aus jedem guten Stück Rindfleisch und anderen Fressalien.
Das grüne Monster hinterlässt eine Spur der Verwüstung, das Küchenmobiliar ähnelt einem Trümmerhaufen. Böse Zungen behaupten, dass Gurken-Gerhard von IKEA ins Rennen geschickt wurde, um die Verkaufszahlen der neuen Küchenlinie „Billi(g)“ in die Höhe zu treiben.
Doch nicht nur Herd und Essecke sind stark gefährdet. Aus bisher ungeklärten Gründen hat Gurken-Gerhard eine besondere Vorliebe für Finanzämter und durchpflügt dort Zimmer für Zimmer. Gummibäume und Kaffekocher fallen dem Vielfraß zum Opfer.
Die Bloghüttenpolizei steht vor einem Rätsel. Was bezweckt Gurken-Gerhard mit seinen Taten? Wie ist er zu fassen?
Halten Sie die Augen offen und den Verbandskasten griffbereit. Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen.
Hinweise zur Ergreifung des seltsamen Jägers nimmt jeder Obst-und Gemüsehändler rund um die Uhr entgegen.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe 🙂

gurken-gerhard greift an_

 

 

©mauswohn