Lehnduell

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Carl Benzmann und Susie Seider beim Lehnduell

Es ist wieder soweit. Nach 11 Jahren Wartezeit öffnet die örtliche Turnhalle von Gönningen erneut ihre Pforten und lädt zum weltberühmten Lehnduell ein.
Sollte jemandem unverständlicherweise dieses Spektakel kein Begriff sein, wird hier nun allen Unwissenden Klarheit verschafft.
Wie allgemein bekannt, hat man ständig, ob beim Wäsche waschen, Einkaufen, Holz hacken oder anderen alltäglichen Beschäftigungen seine Arme in Gebrauch. Und so manch einer stellt dabei fest, wie die Muskelpartien im Ober- und Unterarmbereich sowie in der Nackengegend plötzlich gestärkt ob dieser Tätigkeiten hervorgehen. Und stets den Ehrgeiz im Visier, versuchen wir bekanntlich immer, aus unseren Kräften Kapital zu schlagen und das Bestmögliche aus uns heraus zu holen.
So melden sich aufgrund des zum Teil völlig überraschenden Muskelüberflusses jährlich über 3000 Armprotze- und Protzerinnen bei dem von Alberta Große vor über 150 Jahren gegründeten Lehnduell zu den Vorentscheidungskämpfen an.
Damen und Herren aus aller Welt versammeln sich in der beschaulichen Gönninger Turnhalle. Dort werden jeweils zwei Personen einander zugelost und müssen sich in einem langwierigen Lehn-, Lächel- und Ausstrahlungsprozess gegeneinander durchsetzen.
Die gut gekleideten Anwärter legen ihre vom Alltag trainierten Unterarme gekonnt auf ein Pauschenpferd, präsentieren ein jahrelang geübtes Lehnlächeln, sehen ihrem Gegenüber kämpferisch elegant in die Augen und versuchen so, den Gegner aus dem Konzept zu bringen, bis dieser einen Arm unkonzentriert vom Pferd nimmt.
Für die Kampfrichter muß stets eine eindeutige Lehnstellung der Spieler erkennbar sein. Die Armposition kann nach Belieben geändert werden, niemals jedoch darf nur ein Arm auf dem Lehnpferd liegen. Auch spielt das Charisma der Lehnsportler eine gewichtige Rolle, dauert dieser Wettbewerb doch oftmals mehrere Wochen an. Da gilt es Contenance zu bewahren und nicht ins Schwitzen zu geraten. Des Weiteren sollten Kleidung und Frisur über die Dauer des Wettkampfes so akkurat als möglich gehalten werden. Knitterfalten, Schweißflecken, eine unsaubere Bartrasur et cetera führen zu erheblichen Punktabzügen.
Beim diesjährigen Kampf um die beste Lehnhaltung liefern sich die gewiefte Schuhverkäuferin Susie Seider aus Reutlingen und der belesene Politikwissenschaftler Carl Benzmann aus Tübingen ein Kopf-an-Kopfrennen.
Scheinbar mühelos hängen sie seit exakt sieben Wochen lässig am Pauschenpferd und zeigen ihr ganzes Können. Dabei ist auffallend, dass die Statur der Beiden eher schlank und zierlich anmutet, ganz im Gegensatz zu ihren muskelbepackten Konkurrenten aus dem In- und Ausland.
Das Fernsehen überträgt dieses Ereignis wie immer rund um die Uhr, so dass jeder Zuschauer live bei der Kürung des Lehnsiegers dabei sein kann, der als Anerkennung für seine durchgehaltene Haltung fünf goldene Buchstützen aus reinstem Kupfer erhält.
Ob nun die werte Frau Seider oder der elegante Herr Benzmann das Rennen machen werden, bleibt weiter völlig ungewiss. Noch können Wetteinsätze bezüglich des Lehnduellausgangs am Sportwettenschalter der Bloghüttenalm platziert werden. Die zwei Spezialisten bewahren derweil weiter Haltung und spannen den Zuschauer auf die Folter. Lehnen Sie sich solange gemütlich im Fernsehsessel zurück. Mal sehen, ob Sie mithalten können. 🙂

Und während die zwei trainierten Lehnspezialisten weiter ihre Muskeln spielen lassen, hat die Kuh aus Malibu ebenfalls ein kleines Duell mit ihrem Laubosaurus gewagt. Kuh gegen Drachen schien ihr eine interessante Herausforderung zu sein. Und so begaben sich die zwei Tiere an den Esstisch in der Almstube und versuchten ihr Lehnglück. Doch bereits nach einem Tag zeichnete sich deutlich ab, dass der Laubosaurus das Rennen machen würde. Unverrückbar stand er da und bewahrte Haltung. Bis zum fünften Tag konnte die Kuh aus Malibu noch mithalten, musste sich dann aber völlig entkräftet geschlagen geben. Ob dies nun ein Hinweis dafür ist, dass sie ihre Armmuskeln zu wenig trainiert oder ob ein Drachen einer Kuh grundsätzlich überlegen ist, bleibt unbeantwortet. So begibt sie sich lieber wieder auf ihre Weide um ordentlich Energie zu tanken und überlässt den Lehnkönnern das Feld.

Duell Drachen

Haben Sie sich auch schon einmal einem Lehnduell gestellt? Die Jury ist permanent auf der Suche nach erfolgsversprechenden Aspiranten … 🙂

 

 

©mauswohn
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69 Gedanken zu “Lehnduell

    1. Lieber Herr Dorn!

      Ich denke auch, dass ein Drache von Hause aus wohl doch einfach überlebensfähiger und so auch etwas resistenter ist, als eine simple Hauskuh. Aber ich werde dennoch nicht die Hörner in den Sand stecken und möglicherweise einen zweiten Versuch wagen! 🙂

      Herzliche Grüße an den See
      Mallybeau

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    1. Lieber Herr Moser!

      Eine ausgezeichnete Idee. Dies wäre dann eine erweiterte Variante für all diejenigen, die auch gerne Denksport betreiben und nicht nur die Muskeln spielen lassen wollen 🙂

      Herzliche Grüße aus dem Wettbüro
      Mallybeau – lehnt an der Wand

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  1. Liebe Mallybeau Mauswohn,
    da Sie die liebenswerteste Wiederkäuerin sind, die ich kenne, möchte ich eigentlich immer nur loben und huldigen.
    Da aber auch Geheimdienste hier mitlesen, möchte ich nicht in die Kategorie „unaufmerksamer, unfähiger Blockwart“ einsortiert werden. So muss ich dann doch anmerken, dass Sie den Laubosaurus vielleicht hinters Licht führen können, aber natürlich nicht MICH! Ich habe sofort erkannt, dass sie beim Heimtraining nur mit halber Kraft gekämpft haben, um den Gegner in Sicherheit zu wiegen.
    Dass Sie ihn dann in der Endrunde in Gönningen nicht nur vom Pauschenpferd, sonder von der Bühne fegen werden, ahnt er natürlich nicht, weil er sich nun für unbesiegbar hält.
    Das ist sowieso die Schwachstelle der meisten Drachen. Wenn man sie im Dunkeln lässt, erscheint ihnen ihre Feuerlanze sehr viel länger und schärfer, als sie dann bei Tages- oder gar im Scheinwerferlicht zur Geltung kommt.

    Beim letzten Wettkampf in Gönningen war ich selbstverständlich dabei. NICHT als Teilnehmer (weil ich nur einen einfachen Lehnstuhl besitze, der nur die Unterschenkelmuskulatur stärkt) sondern als Sportmoderator. Die Moderation eines Lehnduells kommt meinen Kenntnissen, Fährigkeiten und meinem gnadenlosen Durchhaltevermögen sehr entgegen und ist eine gute Alternative, weil ich die Prüfung zum Lehnduell-Schiedsrichterschein nicht bestanden habe. (Ich scheiterte an den 2-stelligen Zahlen und ihre mathematische Verknüpfung, die bei Lehnduellen durchaus vorkommen können)

    Ich freue mich sehr auf die diesjährige Veranstaltung und habe bei der Rentenversicherung und der AOK sicherheitshalber schon mal einen 3-monatigen Reha-Urlaub eingereicht.

    Gruß Heinrich

    Gefällt 3 Personen

    1. Lieber Herr Heinrich!

      Noch bevor ich Ihren Kommentar ganz zu Ende gelesen habe, hatte ich mir schon vorgemerkt, Sie für die kommende Lehnveranstaltung als Moderator und Liveberichterstatter einzustellen. Mit Ihrer präzisen Beobachtungsgabe haben Sie die Veranstaltung sogleich treffend durchschaut und völlig korrekt und unübertroffen wiedergegeben. Es ist mir schleierhaft, dass Sie damals den Lehnduell-Schiedsrichterschein nicht erhalten haben. Ich nehme an, dass bei der Vergabestelle ein Brett vor dem Kopf gelehnt sein muss.
      Des Weiteren habe ich bereits beim vorangegangenen Laubosaurusbeitrag registriert, wie gut Sie sich mit Drachen auskennen. Ein wichtiger Aspekt, wenn es um wahrheitsgetreue Wiedergabe dieses Spektakels geht. Wenngleich bisher noch keine Drachen am Turnier teilgenommen haben (die weiblichen Hausdrachen ausgenommen), dürften spätestens jetzt Laubosaurus und Co. auf den Geschmack gekommen sein.
      Wir würden uns glücklich schätzen, wenn wir Sie auf einem gut gepolsterten Lehnsessel als Oberschiedrichter begrüßen dürften. Zwei fesche Lehn-Girls stehen Ihnen gerne zur Seite und reichen Tomatensalat und Gulasch. Schließlich kann sich der Wettbewerb über Wochen hinziehen. Ich denke, Sie haben mit drei Monaten eine gute Planung gewählt. Sollte die AOK Schwierigkeiten machen, werden wir kurzerhand unseren Drachen vorbeischicken, dann dürfte dieses Problem auch aus der Welt geschafft sein.
      Noch anzumerken wäre, dass ich tatsächlich nicht 100% gegeben habe, als ich dem Laubosaurus gegenübertrat, doch auch Drachen sind bekanntlich nicht dumm und so hat er mir verraten, dass er ebenfalls nur auf Sparflamme agierte. Da kommt noch was auf uns zu … 🙂

      Herzliche Grüße aus dem Trainingslager
      Mallybeau
      PS: Ich zähle auf Ihre Mitarbeit!

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  2. na werte mallybeau
    ^^
    das is ja mal garkein sport für mich
    da bin ich viiiiiel zu flippig für 😦
    also zwei wochen breakdance könnt ich wohl mitmachen
    abba
    abba “ lehmduell “ eigefrohren wie ne statue
    is nix für die
    bellamausi 🙂
    gruß bella 🙂
    und schon haben wir wieder etwas gefunden was ich nich kann 🙂
    aber heee damit kann ich leben 🙂

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    1. Liebe Bella!

      Ich denke auch, dass sich das Lehnduell vor allem für eingefleischte Stadtmenschen eignet. Für Hunde und Co. sollte man lieber Wettrennen und Knochen- ausbuddel-Wettbewerbe veranstalten, da wärst Du ganz vorne mit dabei! 🙂

      Herzliche Grüße
      Mallybeau

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      1. ja da kann ich dir zustimmen 🙂
        bin aber auch gut im “ agiliti “
        wenn ich den handygesteuerten stadtzombies ausweichen muß
        weil die mich ja nich sehen
        und nur auf ihr handy glotzen statt auf den weg den
        sie beschreiten
        es is aber auch zuuuuuuu einfach das die auffe schnauze fallen 😀 😀 😀
        ich spring einmal links und dreimal rechts
        und schon macht´s klatsch 😀
        und die bemerken die leine erst wenn sie aufschlagen
        😀 🙂 😀
        gruß bella 🙂

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          1. yep 🙂
            der ronny nimmt mir aber meist diesen spaß
            😦
            er steuert mich dann aus der “ bahn “
            und bleibt stehen wenn kein platz is
            sodas sie auf ihn auflaufen
            und der ronny is ja denn so wie der eisberg auf den die titanic
            auflief
            klar könnte er ausweichen
            doch das würde bedeuten das er auf ein geparktes auto springt
            und da haben ja die besitzer wieder was gegen
            🙂
            gruß bella 🙂
            p.s. :
            ich gugg wohin ich laufe und weiche aus
            der ronny guggt wo er hinläuft und versucht auszuweichen

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            1. Nein, nein, nein, NICHT die Nostalgie wird in die Zukunft transportiert, sondern die in die Nostalgie investierte Energie wird in Energie für die Zukunft umgewandelt.
              Und im Kreis dreht sich gar nichts! Den Fehler, Menschen auf diesen Planeten zu schicken, macht das Universum kein zweites Mal!

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            2. Oh, wie gut, dass Sie das hier aufklären. Ich ging ganz naiv davon aus, dass noch nostalgische Restpartikel in der Energie schlummern, die dann, gewollt oder nicht, mit in die Zukunft transportiert werden. Es wird Zeit, dass ich Ihren VHS-Kurs „Energie für Anfänger und Nostalgiker“ besuche 🙂

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            3. Nein, einfach nur im Web geklaut, weil ich nicht das letzte Wort haben wollte, darunter die schöne Zeichnung gesehen habe, selbst nicht zeichnen kann, und so ist mir die Kuh über den Weg gelaufen. Wie ich nun gerade auf eine Kuh komme….?!?!? Weiß ich ni…. achso! Doch! Also wollte ich nur was malen, was hier passt! 😉

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            4. Ah, Sie haben soeben meinen morgendlichen Blick in den Spiegel zusammengefasst. Leider schnitt ich bei diesem Lehnduell noch schlechter ab als die absoluten Könner mit 1 Minute und 23 Sekunden. Doch das schreibe ich jetzt einfach mal meiner Schläfrigkeit zu. Denn Stoff nehme auch ich nicht zu mir, da schließe ich mich Ihnen selbstredend an. Lediglich Lese verleibe ich mir ein.
              Wie verhalten Sie sich denn Ihrem Spiegelbild gegenüber? Haben Sie Schwierigkeiten, da es nicht mehr in Echtzeit reagiert oder muss man in solchen Fällen nichts weiter unternehmen?

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            5. Oh, liebe Mallybeau Mauswohn, das Fragen Sie mich?
              Ich wollte Sie eigentlich um Rat fragen. Menschen, deren Schatten sich selbständig macht, sind ja schon schlimm dran, dann aber auch noch das Spiegelbild!?!
              Ich dachte, Sie stehen auf der Alm häufiger in der Sonne und haben mit dem Schattenwurf schon mehr Erfahrung.
              Wurf… das ist ein Stichwort. Ich versuche mal, meinen Schatten wegzuwerfen.
              Ich berichte, ob ich Erfolg hatte! Muss jetzt schnell weg….. mich um simple,reale Alltagsdinge kümmern. Das kommt ja auch noch dazu. 😦
              Gruß Heinrich

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            6. Lieber Herr Heinrich!

              Das Schattenwurfduell ist ebenfalls eine längst vergessene Tradition. Es wird Zeit, dass wir auch diese Nostalgie wieder zum Leben erwecken. Soweit mir bekannt ist, dürfen geübte Schattenwerfer in keinem Falle einen Schatten haben 🙂 Wobei ich mir vorstellen könnte, dass einem ein solcher zugeschrieben wird, wenn man als Hobby Schattenwerfer angibt.
              Zu dumm, dass wir noch keine Roboter bei Herrn Ösi ordern können, die sich um die realen, banalen Alltagsdinge kümmern. Dann hätten Sie mehr Zeit für Ihren Schatten! So, ich glaube, jetzt habe ich auch einen und lehne mich erstmal in Ruhe zurück 🙂

              Herzliche Grüße von der bewölkten Alm
              Mallybeau

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            7. Liebe Mallybeau Mauswohn,
              einen Altagsroboter haben wir nicht! Kommt mir auch nicht ins Haus! Schließlich bin ich als Rentner sowieso schon benachteiligt, was die Arbeitsverteilung angeht, da lasse ich mir nicht auch noch die Hausarbeit wegnehmen! Kommt gar nicht in die Tüte!
              Aber letzte Nacht habe ich einen elektrischen Schattenwerfer gebastelt! Mit Lithium-Polymer-Akku 4 Zellen. Dann noch eine Turbo-Endstufe dahinter – das gibt Kraft! Der wirft Schatten bis zu 75m! Das ist eine sichere Entfernung, vor allem bei Spinnenschatten. Die kommen nämlich bis 50m auch wieder zurück.
              Da aber ein Schattenwurfduell nur für 2 Personen ist, arbeite ich noch am Schattenwurf-Triathlon, oder besser noch 10-Kampf, oder gleich an einer Schattenolympiade?!
              Meinen Schatten muss ich allerdings noch härter trainieren. Der hat neulich gegen ein Reh verloren!

              Gruß Heinrich

              Gefällt 2 Personen

            8. Lieber Herr Heinrich!

              Ich bin absolut beeindruckt. Sie erweisen sich hier mehr und mehr als der Daniel Düsentrieb unter den Bloghüttenbesitzern. Einen funktionierenden Schattenwerfer innerhalb so kurzer Zeit zu bauen hat eindeutig den Nobelpreis verdient. Mindestens.
              Vor allem finde ich die Tatsache reizvoll, dass man ein Schattenwurfduell bzw. einen Triathlon auch nachts absolvieren kann. Das gibt den richtigen Kick für ein noch nicht dagewesenes Großereignis, bei dem sogar Menschen gegen Tiere antreten können. Wenn das keine völkerverbindende Idee ist. Ich veranlasse schonmal den Stadionbau für diese neue Sportart. Natürlich stürzen wir uns in Unkosten, so dass wir ins Gerede kommen wie Stuttgart 21, die Elbphilharmonie oder der Berliner Flughafen. Dann werden wir mit Sicherheit berühmt! 🙂

              Herzliche Grüße aus dem Reich der Schatten
              Mallybeau

              Gefällt 1 Person

    1. Liebe MaranaZ3!

      Belehnte Lehner werden von der Lehnjury niemals abgelehnt, da es viel zu wenig wagemutige Lehner gibt, die sich mal ordentlich aus dem Fenster lehnen um für das Lehnduell zu üben. Wir suchen händeringend nach weiteren Lehnteilnehmern bevor sich das neugierige Publikum gegen den Veranstalter auflehnt 🙂

      Herzliche Lehngrüße
      Mallybeau – lehnt am Kuhstall

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  3. Liebe Frau Mallybeau,

    Sie haben wenigstens fast eine Woche gegen den Laubosaurus durchgehalten.
    Aber ich …
    Kaum hatte die Frau Saftschubse die Redaktion unter dem Vorwand: „Endlich ist Feierabend“, verlassen, hatte ich, der noch nie von Lehnduellen gehört, eine Idee, bei der ich, so bildete ich mir jedenfalls ein, nicht verlieren konnte.
    Ich holte einen Spiegel und stellte ihn mir gegenüber auf. Das blöde an den Spiegeln, das wurde mir vorhin zum ersten Mal wirklich bewusst, ist ja, dass sie eine jede Bewegung, die man vollführt und ist sie noch so klein, sofort und fast ohne Zeitverzögerung nachäffen. Wenn ich schon unterliege, dachte ich, dann soll auch das Gegenüber ausscheiden. Ist aber leichter gesagt als getan.
    Mein Blick wurde zunehmend ernster, strenger, mürrischer, ja, regelrecht bedrohlich. Ebenso mein Gegenüber. Jetzt nur keine Schwäche zeigen, redete ich mir ein und sah, wie das Gesicht im Spiegel röter und röter wurde. Das Duell mochte einige Minuten, vielleicht sogar einige Stunden gedauert haben, weil, kaum blicke ich in den Spiegel, verliere ich seit jeher ein jegliches Zeitgefühl. Irgendwann kippte der Spiegel nach hinten … und ich fand mich, aus dem Lehnstuhl gerutscht, auf dem Boden wieder.
    Nächster Versuch.
    Diesmal wurde ich bald von einem spöttischen Gepiepse abgelenkt, also höhere Gewalt und das Duell wurde für ungültig erklärt. Bei so einem gnadenlosen Wettbewerb müssen vor allem die Rahmenbedingungen stimmen. Und wenn es irgendwo piepst, dann sind auch die Rahmenbedingungen im … äh … Eimer und rechtfertigen den Abbruch.
    Am Fenstersims saß eine Amsel und beobachtete mich bereits seit geraumer Zeit. Nun hatte ich einen ernstzunehmenden Gegner und nahm den Kampf erneut auf.
    Um es kurz zu machen: die Amsel gewann …

    Herzliche Grüße 🙂
    Herr Ösi
    (Morgen versucht der Aspirant … das gleiche mit der Mali Tant)

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    1. Lieber Herr Ösi!

      Ich hätte es mir ja denken können, dass Sie sich für Ihr erstes Lehnduell gleich den spiegelbildlichen Gegner wählen. In Fachkreisen ist dieses Wagnis als die Disziplin der Meister bekannt und zugleich gefürchtet. Viele haben sich an dieses schwierige Unterfangen gewagt und sind kläglich gescheitert. Doch Sie scheinen in der Tat ein absoluter Lehnmeister zu sein, haben Sie es doch mehrere Stunden vor dem Spiegel ausgehalten. Die durchtrainiertesten Lehnexperten schafften gerade mal 1 Minute und 23 Sekunden. Ich würde Ihren Versuch daher in keinem Falle als misslungen betrachten. Ganz im Gegenteil. Im Hintergrund höre ich hier schon ein Raunen durchs Lehnpublikum gehen. Die ersten „Wir wolln Herrn Ösi sehn“ – Rufe hallen durch den Saal. Man hat Sie bereits zum Favoriten erkoren, dessen Gegner noch ermittelt werden muss. Sollte die Mali Tant Interesse zeigen, wäre ein fabelhaftes Duell perfekt. Die Zuschauer werden begeistert sein. Die Druckerei wird leinwandgroße Plakate drucken, damit auch wirklich niemand dieses Lehnduell versäumt. Herr Heinrich hat sich bereits als Schiedsrichter zur Verfügung gestellt, ich denke, da haben Sie dann ohnehin gute Karten. Und alle Amseln in den umliegenden Bäumen haben wir mit einem Last-Minute-Flug nach Gran Canaria geschickt. Von dieser Seite besteht also keinerlei Gefahr.
      Das wird mit Sicherheit ein riesen Spektakel. Herr Ösi lehnt … sich auf … Ich reserviere schonmal Sitzplätze in der ersten Reihe! Aber bei Ihrer Ausstrahlung habe ich keinerlei Bedenken, dass Sie als absoluter Sieger aus dem Lehnduell hervorgehen werden! Ich werde all meine Ersparnisse auf Sie setzen!

      Bis dahin wünsche ich einen erholsamen Schlaf, damit Sie morgen gestärkt in Lehnlage gehen können.
      Herzliche Grüße, lehnen Sie sich heute Nacht gemütlich an Ihre Mäuse 🙂
      Mallybeau

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    2. Lieber Herr Ösi,
      es beruhigt mich mächtig, das Ihr Spiegelbild noch vorbildlich arbeitet.
      Ich habe, eventuell durch meinen vorletzten Lesestoff verursacht, seit einiger Zeit die Beobachtung gemacht, dass sowohl mein Schatten als auch mein Spiegelbild nicht mehr in Echtzeit arbeiten. Teilweise verharren sie oder bewegen sich frei in alle Richtungen, während ich mir das wie angewurzelt anschaue.
      Sagen Sie jetzt BITTE nicht, ich hätte beim LeseSTOFF das „Lese“ weggelassen. Ich versichere ehrenamtlich, dass ich nichts dergleichen zu mir nehme!
      Gruß Heinrich

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    1. Liebe Frau Birkner!

      Ich danke für Ihr Vertrauen. Aber ich denke, nachdem ich bereits am Laubosaurus so kläglich gescheitert bin, werde ich diese Sportart den absoluten Könnern überlassen. Frau Seider und Herr Benzmann befinden sich immer noch im Ring. Bei solch beachtlicher Lehnstärke kann ich wirklich nicht mithalten und lehne mich lieber gemütlich im Sessel zurück! Ich wünsche auch Ihnen einen gemütlichen Lehnabend 🙂

      Herzliche Grüße aus der Lehnhalle
      Mallybeau

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  4. Liebe Mallyeau, was wird Frau hier wieder vor Aufgaben gestellt. Sicherheitshalber hatte ich zuerst „Lehnduell“ gegoogelt, aber da waren nur deine Eintragungen.
    Da sah ich den tagelangen Kampf der Kontrahenten mit dem eingefrorensten Lächeln schon unter einem anderen Aspekt. Ich erinnerte mich an die Dauertänzer in dem Film „Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss“ – Ich bin froh, dass du in dem Kampf mit dem Laubosaurus nicht so ganz handgreiflich mitmischt, sondern dir die Sache ein wenig von Außen ansiehst.
    Heute habe ich übrigens eine Kuh für dich fotografiert. Ich schicke jetzt erst einmal diesen Kommentar ab, damit er nicht verloren geht – und dann kommt die Kuh.
    Liebe Grüße von Clara

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    1. Liebe Clara!

      Das Lehnduell ist natürlich mal wieder eine höchsteigene Almerfindung. Handgreiflich wird man bei dieser eigentümlichen Sportart in keinem Falle. Ganz im Gegenteil. Es geht schließlich darum, Haltung zu bewahren. Wobei ein gescheiterter Lehnduellist durchaus ausrasten kann. Aber seine Energien, alles kurz und klein zu schlagen, halten sich in Grenzen. Die hat er meist schon bei dem tagelangen Lehnkampf aufgebraucht. Auf die Kuh bin ich gespannt, vielleicht habe ich gegen die mehr Chancen als gegen den Drachen 🙂

      Liebe Grüße aus dem Lehnsessel
      Mallybeau

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        1. Ich konnte mich von meinem Lehnduell ganz gut erholen und bin wieder bei Kräften. Und bis Kühe in einer Mediathek angekommen sind, dauert es meistens ein bißchen, bis sie sich einen gemütlichen Platz zwischen all den Bildern gesucht haben 🙂

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    1. Ach, Du bist perfekt. Wie schön, dass man bereits im Supermarkt beim Pudding an mich denkt 🙂 Meine Flecken habe ich noch gar nicht gekostet, mal sehen, nach was sie schmecken. Nach Schokolade mit Sicherheit, bei meinem Kakaokonsum! Ich danke Dir vielmals für diese kuhle Kuh! Wie hat sie denn gemundet? 🙂

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      1. Pudding ist nicht so mein Ding, deswegen habe ich sie nur fotografiert. Die schokoladige sah besser aus als die vanillige – Ich mache es dir mit lila einfach und du mit deiner Almkuh.
        Herzlichst Clara
        Und neben mir brennt die Kerze für Lucie – ich staune, dass die sich so gut wie nicht aufbraucht.

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  5. Mi dät ja inderessiera, wer den Wettbewerb scho mal gwonna hat. An Schwob kann des net gwesa sei. Denk mol: a baar Woche lang bloß rumloina – da setzsch doch Staub a, und kannschen net mol wegmache, wenn boide Ärm immer in auf dr Lehne bleiba müsset. 😉

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Anhora!

      Du sagschs. Erfonda hot a Schwäbin des ganze Brimborium. Des brengt schließlich Gäld ens Kässle. Abr gwenna dent emmr bloß Auswärdige, des isch glar. So lang ka mr et romhogga ond nix schaffa, au wemmr als Schwob loggr des Durchhaldevrmega hätt 🙂
      I winsch dr n scheena Obnd, lehnsch Di gmietlich zrugg.

      Grüßle aus dr Turnhall
      Mallybeau

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      1. Dass so an Wettbewerb bloß Norddeitsche gwinne könnet, überrascht mi net. Aber Geld verdiena damit? Glar, des kennemer scho! 🙂
        Guts Nächtle, und draim was Scheenes. I lehn mi jetzt zu meim Bett num, es ruft scho. 😉

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  6. Lieber Heinrich…nein Blödsinn….kein Blödsinn, Heinrich ist mir lieb….hier aber liebe Mallybeau,
    gemütlich am Tisch lehnend oder lümmelnd habe ich den Abstecher zur Alm sehr genossen. Wie sie sehen, bin ich völlig versunken in Heinrichs und ihre herrlichen Kommentare. So geht es mir ja oft, wenn ich hier vorbei schaue. Ich lese, schmökere, habe keine Ahnung was ich gerade noch schreiben wollte und lese dann noch einmal. Immer lehnend auf dem Tisch. Ich hielt mich für einen kurzen Moment als hervorragend geeignet für diesen Wettbewerb. Einzig die akkurate Frisur, die erforderlich ist, hält mich von einer Teilnahme ab. 5 Tage, 7 Stunden und 33 Minuten und die Frisur sitzt noch immer. Für mich, haben eindeutig Sie das Rennen gemacht.
    Herzlichst
    Ihre Mitzi

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    1. Liebe Mitzi!

      Das ist ganz reizend, dass Sie mir den Sieg zusprechen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich die Aufnahmen erst nach einer 7-wöchigen Erholugskur nachstellen konnte. Hätte ich direkt nach verlorenem Lehnduell ein Foto gemacht, wäre ich vermutlich als Leiche in einem Tatort durchgegangen. Aber ich denke, Sie haben wirklich ausgezeichnete Chancen an diesem Wettbewerb teilzunehmen, lehnen Sie doch so gerne am Türrahmen, wenn Sie auf der Schwelle sitzen. In dieser Kategorie sind Sie mit Sicherheit unschlagbar. Ich glaube, Judith und Paul würden es wahrscheinlich keine 10 Sekunden beim Lehnduell gegeneinander aushalten 🙂 Oder vielleicht doch?

      Herzliche Grüße ins Treppenhaus
      Mallybeau

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      1. Liebe Mallybeau, Judith und Paul würden kläglich scheitern. Entspannt lehnen liegt ihnen nun wirklich nicht. Möglicherweise ein entspanntes liegen…aber ob die beiden das jemals wagen? Ich schlage vor, wir beide lehnen uns lieber entspannt an die warmes Hauswand der Alm (oder den Lift) und beobachten weiter was um uns herum geschieht und berichten. Dennoch mein Respekt vor ihrer Teilnahme an diesem herausfordernden Duell. Schön auch Sie einmal „gesehen“ zu haben.
        Herzliche Grüße

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        1. Das ist eine ausgezeichnete Idee. Sollten Sie bei Ihren Liftbeobachtungen etwas von einem „Liegeduell“ hören, würde mich das sehr interessieren. Unsere Sportredaktion ist immer auf der Suche nach neuen Nischenaktivitäten. Sie würden als Außenreporter eine hervorragende Figur abgeben.

          Herzliche Grüße von
          Mallybeau Schwarzenegger 🙂

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  7. Liebe Mallybeau,
    büdde nich grämen wegen dem verlorenen Lehnduell mit dem Laubosaurus, der hat bestimmt geschummelt und vorher Wackersteine gefressen!
    Und ich verliere hier jeden Abend mein Lehnduell gegen Lehn(mich-an-den-Dosenöffner)Mimi, irgendwann bleiben mir einige Zentimeter auf der Couch, dann geb ich seufzend auf und lehn mich in meinen Bürostuhl, um Trost aus dem Internetz zu entlehnen!
    Wir haben uns jedenfalls köstlich amüsiert und würden uns jetzt gerne hinauf auf die Alm lehnen, geht nicht, also lehnen wir uns wieder zurück an den Bürostuhl und schicken liebe Grüße
    Monika und Mimi.

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    1. Liebe Mimi, liebe Monika!

      Das ist ja schön zu hören, dass Ihr auch regelmäßig Eure Lehnduelle veranstaltet. Mit dem siegen und verlieren muß man es ja nicht so genau nehmen. Hauptsache man hat Spaß dabei und findet sogar vielleicht jemanden zum anlehnen 🙂 Katzen eignen sich da ja wunderbar, vor allem, wenn sie noch so gemütlich schnurren.

      Ich sende herzliche Grüße gen Balkonien, wo jeder Lehner ein Sieger ist!
      Mallybeau

      Gefällt 1 Person

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