Bizer & Benz – Folge 02

Ausgabe 2

Bizer und Benz – Folge 02 – Der Winterurlaub  

Nachdem die Familien Bizer & Benz die schier ausweglose Situation am Grill in ihren Sommerferien Dank der tatkräftigen Unterstützung unsrer treuen Leserschaft doch noch in die richtigen Bahnen gelenkt haben (fragen Sie nicht wie, schließlich müssen solch utopisch weichgespülten Geschichten irgendwie ihren Fortgang finden), stehen nun neue nervenaufreibende Abenteuer bevor. Und wieder ist Ihre Mithilfe gefragt! Entstehen tiefgründige Dialoge? Welche Schauspieler übernehmen die Rollen in der gleichnamigen Serie? Tritt eine unerwartete Wendung ein? Wie immer ist alles möglich …

Die frostige Jahreszeit hat Einzug gehalten.
Die wintersportbegeisterten Familien Bizer und Benz verbringen, wie kann es anders sein, jede freie Minute in harmonischer Eintracht miteinander. So haben sie in diesem Jahr einen Kurzurlaub ins luxuriöse St. Moritz geplant.
Wochen vor der Abfahrt haben Monika und Heidelinde eifrig Strickpullover, Handschuhe und kecke Wollmützen angefertigt, während Karl-Georg und Manfred die Autosalons der Stadt abgeklappert und sich schließlich zum Kauf eines blauen Oldsmobile für ihre herrliche Winterreise entschlossen haben. Hierzu kann Karl-Georg als selbständiger Fuhrunternehmer sein technisches Know-How einbringen. Während Manfred, als Filialleiter der Stadtsparkasse die finanziellen Details im Auge behält. So ergänzt man sich wie immer perfekt und die Vorbereitungen verlaufen reibungslos in glücksseliger Atmosphäre.
Die Koffer sind gepackt, man fährt entspannt durch die von weißer Schneepracht durchzogene Landschaft, heitere Lieder werden angestimmt. Ein Foto fürs Familienalbum darf nicht fehlen, so steigt Monika aus dem Wagen und bittet einen urigen Einheimischen, eine Aufnahme der unzertrennlichen Familien anzufertigen. Vergnügt setzt man sein schönstes Lächeln auf, Karl-Georg lehnt sich lässig souverän aus dem Fenster der neuerworbenen Luxuskarosse. Heidelinde will ebenfalls ihre modische Dauerwelle ins Bild schieben und rückt näher, doch hierbei löst sich die Handbremse des Automobils. Ungeachtet dessen strahlen die Freunde in die Kamera, Haltung ist gefragt! Doch das Auto rollt unaufhaltsam den Abhang hinab, während von der anderen Seite spielende Kinder auf einem Schlitten nahen.
Kann das Unheil noch abgewendet und die blutige Massenkarambolage vermieden werden?
Wird es trotz dieser nahenden Katastrophe ein Happy End für unsere zwei Heile-Welt-Familien geben oder werden die Strickpullover zum Strick für die Familien Bizer & Benz? Was wird geschehen? 🙂

 

 

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Kuhrovision Muhcontest

Die Spannung steigt. Kauen Sie auch so ungeduldig auf Ihren Fingernägeln und warten fieberhaft auf das alljährliche musikalische Großereignis?
Nun ist es wieder soweit. Der Kuhrovision Muhcontest steht vor der Tür. Und wie allgemein bekannt, treten in einem Vorentscheid all die Songs gegeneinander an, deren Klänge kein Hörer in seine Ohrmuscheln Einzug halten lassen will und am Ende mal wieder die Wahl des geringsten Übels bleibt.
Diese anspruchslosen Wettbewerbsbedingungen haben unser Kreativduo Hitchblog und Nozart geradezu aufgefordert mitzumischen, befinden sie sich schließlich mitten in einem Sumpf aus kompostierten Tönen und befremdlichen Bildcollagen.
Überraschenderweise haben Sie, werter Zuschauer, den Entschluss gefasst, die zwei Herren für die Bloghüttenalm mit ihrem Lied „Werner … so ein arrogantes Arschloch“ ins Rennen zu schicken.
Umfragen zufolge waren die meisten Zuschauer von der widersprüchlichen Bild-Klangkomposition besonders überzeugt. Hantierte doch Herr Nozart mit simplen Alltagsdialogen, die er gekonnt in ein Netz aus gängigen Rhythmen webte, so untermalte Herr Hitchblog die Klänge mit anspruchsvollen, aus dem Kontext gerissenen Naturaufnahmen, um bewusst einen Reiz in der Wahrnehmung des Betrachters zu setzen.
Das Konzept ging auf. Der geneigte Betrachter hat den stumpfsinnigsten Beitrag auserkoren. Siegessicher steht das Künstlerteam mit seinem Nummer-Eins-Hit in den Startlöchern und wartet darauf, auf die Bretter die die Welt bedeuten, entlassen zu werden.
Drücken Sie die Daumen, dass die Bloghüttenalmverteter am Ende des Tages die Siegertrophäe mit nach Hause nehmen dürfen. Bei grandiosem Gelingen werden sämtliche Bewohner des Bloghüttentales zu einer fulminanten Feier mit Pauken, Trompeten und einem reichhaltigen Festessen eingeladen. Und sollte die Party wider Erwarten ins Wasser fallen, ist eben Badetag angesagt.
Sind Sie bereit?
Der Countdown beginnt … 3 … 2 … 1 …

Viel Vergnügen! 🙂

 

 

 

©mauswohn

Wanted: Schuh und Schumann

wanted-schumann

Eilmeldung der Bloghüttenpolizei
Die Bewohner des Bloghüttentales werden gebeten, Ihre Häuser nicht zu verlassen. Vergangenen Abend ereigneten sich ungewöhnliche Vorfälle in der Gegend zwischen Paris und Stuttgart.

Was bisher bekannt ist:
Die 23-jährige Lisa Schumann aus Schweden lebt seit 7 Monaten in Paris. Dort arbeitet die passionierte Hobbyluftballonsammlerin als Eisverkäuferin am Eiffelturm. Die vielseitige junge Dame hat sich durch ihr gesellig freundliches Auftreten viele Freunde gemacht und ist allseits beliebt. Ihr selbst kreiertes Zitronen-Blauwal-Eis ist mittlerweile eine größere Attraktion als der Eiffelturm, Touristen aus aller Welt schwören auf ihr einzigartiges Rezept.
Nun fuhr die fesche Lisa gestern Vormittag mit dem Schnellzug von Paris nach Stuttgart, wo sie in der „Wilhelma“ ihr Patenkind Hannibal, ein 50 Jahre altes Zwergflusspferd besuchen wollte. Im Gepäck hatte sie eine extra große Portion Eis und 150 Kilo Würfelzucker, die Leibspeisen ihres animalischen Lieblings.
In Stuttgart angekommen, stand die Schwedin zunächst völlig verzweifelt im Bauchaos der Bahnutopie Stuttgart 21. Es dauerte Stunden, bis sie sich Richtung Zoo orientiert hatte. Der Abend war bereits angebrochen, als sich die sonst so nimmermüde Lisa Schumann durch die Baustellen schleppte, die 150 Kilo Würfelzucker machten sich nun schmerzend auf ihrem Rücken bemerkbar. So setzte die Globetrotterin für einen Moment den Rucksack ab, um eine Verschnaufpause in Stuttgarts Feinstaub einzulegen. Da registrierte sie ein leises Brummeln. Die Erde begann leicht zu beben. Irritiert sah sich die Eisverkäuferin um und erblickte entsetzt einen gewaltigen Schatten. Und wie aus dem Nichts erschien hinter den Hochhäusern eine dunkle undefinierbare Form. Die Erschütterungen wurden stärker und in eiligen stampfenden Schritten näherte sich entlang einer Häuserfront ein überdimensional großer Lederschuh. Schwarz und glänzend überragte seine Silhouette die Dächer. Unaufhaltsam walzte das Ungetüm alles platt, was ihm unter seine gut besohlte Unterseite kam. Mehrfamilenhäuser, Autos, Bäume, alles wurde mühelos zusammengepresst. Lisa Schumann stand fassungslos da. Doch geistesgegenwärtig schulterte sie hurtig ihr Marschgepäck und rannte um ihr Leben. Verzweifelt suchte sie, dem monströsen Quadratlatschen zu entkommen, sprang behende über Baugruben, versteckte sich hinter Mülltonnen, aber der Schuh schien ihr stets folgen zu können. Jetzt stand die junge Frau plötzlich in einem Hinterhof. Sackgasse. Nun gab es kein Entkommen mehr. Der Lederschuh schritt unerbittlich auf sie zu, sein Absatz erhob sich und sauste zielgenau auf die Schwedin herab.
Bis hierhin zeichneten Überwachungskameras das Geschehen auf. Dann wurden sie durch die starken Beben zerstört und die Polizei rätselt über den Verbleib der jungen Lisa Schumann. Ihre Leiche konnte zwischen all den Trümmern noch nicht gefunden werden. Es wird bereits spekuliert, ob die Dame möglicherweise doch überlebt hat, aber eine Kontaktaufnahme war bisher nicht möglich.
Der stampfende Riesenschuh ist mittlerweile in Spanien angekommen, nachdem er zuvor holländische Windmühlen und den Berliner Reichstag dem Erdboden gleichgemacht hat. Woher dieser mysteriöse Lederslipper so plötzlich kommt und was er mit seinem Vorhaben bezweckt, ist noch völlig unklar. Die Bloghüttenpolizei bittet Sie daher, Ruhe zu bewahren und die Geschehnisse weiter zu verfolgen. Ernstzunehmende Hinweise werden im Schuhgeschäft auf der Bloghüttenalm gerne entgegengenommen.
Lisa Schumann, bitte melden Sie sich! 🙂

 

 

 

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Verfugt

Glatt wie eine Seidenplane webt sich ein melodiöser Film hauchzart in die Öberfläche des Genfer Sees. Die Sonne lässt ihr kugelrundes Haupt hinter den Bergwipfeln sinken. Ihr Tagwerk ist vollbracht. Und so beendet auch der Handwerker und Malermeister Dmitri Shostakovich seine Arbeit in den unzähligen Dörfern um den See. Dort glättet er die Wogen, hantiert geschickt mit jedem Werkzeug, bessert Unebenheiten gekonnt aus. Kurz, er hat immer eine Lösung für ein enstandenes Problem parat. Seine große Leidenschaft allerdings gilt dem Verfugen. Mit Akribie und Hingabe verspachelt er jede Ritze im Asphalt, kittet undichte Fensterrahmen und spürt mit seinem feinen Tüftlernäschen jede Fuge auf, um sie sogleich zu füllen. Diese etwas seltsame Angewohnheit hat ihm unter den Einwohnern den Namen Fugen-Dimi eingebracht. Er ist überall gern gesehen, weil stets hilfsbereit und immer für ein Späßchen zu haben.
Nach getaner Arbeit nun besteigt der werte Dimi eine kleine Bahn, die steil durch die Weinberge an den Gipfel führt, wo er ein kleines Häuschen besitzt. Müde lässt er sich dann stets auf einem der Sitze in seiner kleinen Bahn nieder. Es ist seine Bahn, denn niemand sonst fährt mit ihm hinauf in die einsamen Berge, und die Gemsen und Hirsche im Gebirgswald zeigen kein besonderes Interesse, ab und an mit ihm hinab ins Tal zu kutschieren.
So sitzt er immer alleine da, stülpt seine Kopfhörer über und lauscht einer seiner Kompositionen. Denn neben seinem handwerklichen Geschick ist er auch mit musikalischen Fähigkeiten ausgestattet, die außer seinen Stammtischfreunden niemand so recht zu schätzen weiß. Und natürlich handelt es sich bei seinen Notationen meist um fein ausgearbeitete Fugen, ganz der beruflichen Vorliebe entsprechend.
Während die Bahn nun langsam bergauf rattert, lehnt Dmitri nachdenklich am Fenster und blickt nach draußen. Er sieht, wie seine Umwelt an ihm vorüberzieht. Die Melodie in seinem Kopf untermalt die Bilder. Er verfällt in seine allabendliche Melancholie.
Immer steiler geht es aufwärts, immer weiter entfernt er sich von der Zivilisation. Gedankenverloren und von Intuition geprägt, malt er sich Dialoge zwischen seinen Mitmenschen aus, spielt belanglose Gespräche über Alltagssituationen durch, ab und an sind auch vergnügliche Begebenheiten dabei. Und nach einer zeitlosen Spanne von Begebenheiten hält die kleine Bahn. Automatisiert erhebt sich Dmitri von seinem Fensterplatz und tritt ins Freie.
Tief atmet er die frische Bergluft ein. Und mit ihr ist der Gedankenblues verflogen. Hungrig kramt er in seinem Rucksack nach einem Apfel und beißt zu, während er zufrieden zu seinem Häuschen schreitet, wo er nochmals die frisch verfugten Bodenplatten im Vorgarten begutachtet, bevor er sich schließlich von einer unbewussten Melodie wohlbehütet in sein Bett formen lässt:

 

Und sollte möglicherweise eine Ihrer Gehirnparzellen nicht ganz dicht sein, Anruf genügt, Fugen-Dimi ist sogleich zur Stelle und wird das Kopfchaos kitten! 🙂

 

Die Bloghüttenalm wünscht allen Lesern einen wunderschönen Herbstsonntag!

 

©mauswohn

Die (R)evolution der Sprachwürste

Sprachwürste. In aller Munde, doch längst nicht mehr im wahrsten Sinne des Wortes. Die Revolution der sprechenden Fleischwaren hat begonnen.
Wie kam es dazu? Erneut machte der stets erfinderisch brilliante Herr Ösi auf die scheinbaren Unscheinbarkeiten des Alltags bei seinem Grillwürstchen-Dialog auf diese Thematik aufmerksam.
Sprachwürste sind mittlerweile keine Seltenheit mehr, finden in der Gesellschaft lediglich zu wenig Beachtung. Anfänglich stumm brutzelnd auf dem Grill gelegen, lauschte die in Darm gepresste Fleischmasse den Gesprächen der geselligen Grillrunde, bevor sie jämmerlich von einem scharfkantigen Grillspieß erstochen und in einen gierigen Schlund verfrachtet wurde.
Allmählich entwickelten sich die schmalen Lieblinge aller Haushalte weiter, sie fingen an, einem Papageien gleich, die menschlichen Laute zu imitieren. Den fröhlichen Partygrillern fielen diese Sprechversuche nie auf, da sie meist betrunken über ihren Bierkrügen hingen und stupide auf die nächste Ladung Gegrilltes warteten.
So fand eine immer stärker werdende Kommunikation unter den Würsten statt, bis sie sich schließlich oftmals besser zu artikulieren wussten, als ihr promillegefüllter Konsument.
Seit all dies bekannt ist, erklärt sich auch die gestiegene Besucherzahl in psychiatrischen Behandlungszentren. Dass sämtliche Patienten von sprechenden Würstchen faselten, galt zunächst als das sogenannte Fress-Out-Syndrom. Doch da nun die Existenz der Sprachwürstchen bekannt ist, zeigt sich die Grillgemeinde über diese Aufklärung erleichtert.
Nun fragt man sich natürlich, wie es weitergehen soll. Traut sich der eingefleischte Dauergriller zu, sprechende Würstchen zu essen? Oder wird die Evolution sogar weiterschreiten und die Sprachwürste früher oder später auch das Laufen lehren? Werden die gefüllten Därme in Zukunft selbst zum Bratspieß greifen und auf ihren größten Widersacher, den Menschen, einstechen? Die Expertenrunden formieren sich und sind in höchstem Maße beunruhigt. Jedoch wird zu Besonnenheit aufgerufen. Die Kanzlerin und ihr Kabinett werden zeitnah eine Entscheidung fällen und diese aus ihrem Sommerurlaub live in Angies Grillrunde mitteilen.
Bis dahin, weiter kuhte Unterhaltung mit Ihren Würschteln und einen gesunden Appetit! … Aber aufgepasst, wer frisst wen? 🙂

 

 

Sollten Ihnen weitere sprechende oder singende Lebensmittel auffallen, melden Sie sich bitte bei unserer Notruf-Heißlinie. Wir werden den Hinweisen sofort nachgehen.
Vielen Dank!

 

 

©mauswohn