Sommer-Si-n`est-ma: „Atemlos“

Der Sommer hat sich im Bloggebirge eingenistet und man neigt dazu, Beschäftigungen nachzugehen, die im Winter mit größerem Unwohlsein verbunden sind. Das Freibad besucht man dann doch lieber bei 40 Grad im Schatten als bei Schnee und Eis. Außerdem bieten die Sommermonate die Möglichkeit für kuhlturelle Freiluftveranstaltungen.
So findet auch in diesem Jahr auf der Bloghüttenalm ein Open-Air-Sommer-Si-n`est-ma statt.
Ideal eignen sich hierfür die hügeligen Weideflächen. Eine überdimensional große Breitbildleinwand aus feinsten Libellenflügeln gewebt, wurde hinter der Hütte aufgebaut. Die Besucher können kommen. Und zum Auftakt dieses Frischluftereignisses zeigen wir Ihnen erneut eine Coproduktion der Herren Almfred Hitchblog und Fuchsflur Amadeus Nozart.
„Atemlos“ heißt ihr neuestes Werk, ein abstrakt moderner Western. Die Geschichte spielt am toten Meer, wo die Fishboy-Fischer Angelo und Pippo täglich ihre in Salz eingelegten Fische an Land ziehen. Hierbei kämpfen sie erbittert gegen die aufkommende Industrialisierung, die angeführt wird von den erstarkten Becher-Komantschen. Unerbittlich trampeln die Becher-Bisons über die frisch gefangenen Fische Angelos und Pippos hinweg. Tag für Tag müssen sie mit ansehen, wie die Indianer immer mehr ihres Fanggebietes einnehmen und sie an den Rande ihrer Existenz treiben. Da sieht Pippo keinen Ausweg mehr, er greift zur Waffe und schießt. Ein Duell auf Augenhöhe gegen den Häuptling Wounded Porcelain. Doch der tagelange Verzicht auf Nahrung haben Pippo die Schwäche in die Glieder treiben lassen, er verfehlt sein Ziel. So nimmt die Geschichte ihren Lauf. Die Becher-Komantschen nehmen das Küchen-Territorium in Beschlag und die zwei letzten Fishboys gehen als die Verlierer am Salty-Kitchen-River in die Geschichte der Kochbücher ein.
Ein spannungsgeladener Abstrakt-Western (mit Betonung auf „abstrakt“) der Extraklasse wartet auf Sie.
Neugierig geworden? So begeben Sie sich mit uns zunächst auf den Feldweg Richtung Almwiese, wo der Filmprojektor bereits vorglüht. Dort beginnt dann in wenigen Minuten das Spektakel. Speziell für Herrn Heinrich steht als Imbiss ein frischer Tomatensalat bereit. Da mir die anderen Lieblingsspeisen der Bloghüttenbesucher nicht bekannt sind, gibt es pauschal für alle eine Tüte Popcorn. Kulinarische Wünsche werden selbstverständlich gerne entgegengenommen. Für warme Decken ist ebenfalls gesorgt.

Und der Eintritt ist natürlich frei! Vorsichtshalber! 🙂
Film ab!

Nach der Vorstellung:
Zuschauer 1: „Was für ein Schwachsinn!“
Zuschauer 2: „Du sagst es. Die Künstler fischen bestimmt nur im Trüben.“
Zuschauer 1: „Zum Glück war der Eintritt frei. Meinst Du, wir erhalten dennoch Schadenersatz?“
Zuschauer 2: „Der wird wohl kaum in barer Münze ausgezahlt. Höchstens in klingender, aus dem Geldbeutel von Herrn Nozart.“
Zuschauer 1: „Das Beste an dem ganzen Abend war die geklaute Filmsequenz.“
Zuschauer 2: „Stimmt. Los komm. Wir wechseln die Bloghütte. Eine ordentliche Fata Morgana ist mir wesentlich lieber. Der Fisch hier stinkt zum Himmel.“
Zuschauer 1: „Ich hab dir ja gleich gesagt, dass der Feldweg von Herrn Ösi mehr zu bieten hat.“
Zuschauer 2: „Ja ja ja, man kann sich ja auch mal auf Abwegen befinden!“

©mauswohn
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55 Gedanken zu “Sommer-Si-n`est-ma: „Atemlos“

  1. Liebe Mallybeau Mauswohn,
    ich weiß, dass Sie tolerant, demokratisch und philanthropisch sind.
    Aber Zuschauer 1 und 2 sollten Sie kurzerhand Hausverbot erteilen. Die würden es sowieso nicht kapieren, welch geniales Kunstwerk ihnen geboten wird. Diese Plätze sollten lieber an Fans vergeben werden, die schon sehnsüchtig darauf warten, aus der Warteschleife auszubrechen und endlich etwas genießen können, wovon sich die Trailer-, Musikvideo- und Filmkünstler aller Art mehrere Scheiben abschneiden könnten.
    Gruß Heinrich

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    1. Lieber Herr Heinrich!

      Die Zuschauer 1 und 2 waren ja so enttäuscht, die kommen vermutlich sowieso nicht wieder, also hat sich das mit dem Haus- bzw. Freiluftverbot erübrigt.
      Ich hoffe, Sie haben Ihren Salat genossen, ich habe extra Harzfeuertomaten einfliegen lassen, die fast einen Waldbrand verursacht hätten. Aber was tut man nicht alles für seine Gäste.

      Herzliche Grüße von der fast verbotsfreien Alm
      Mallybeau M. 🙂

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    1. Lieber Herr Dorn!

      Das Rührgerät, das diese cineastische Sahne geschlagen hat, dankt herzlichst für Ihren Besuch und das Kuhmpliment! Die Alm hofft, Sie wieder als Freiluftbesucher begrüßen zu dürfen und wünscht einen angenehmen Tag!

      Herzliche Grüße aus dem Sahnebecher
      Mallybeau M. … aber bitte mit Sahne! 🙂

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  2. Geld zurück? Der hat sie doch nicht mehr alle.
    Liebe Mallybeau, da ist ihnen etwas feines gelungen. Sie ahnen, dass mich persönlich noch mehr das Ambiente, als die Vorführung lockt. Ein Tag auf der Alm, eine schöne Einladung.
    Herzliche Grüße

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    1. Liebe Mitzi!

      Als ich mir die Vorführung angesehen habe, habe ich einfach einen Meter an der Leinwand vorbei ins Grüne gesehen. Das ist das Praktische an einer Freiluftaufführung, wenn der Film nicht allzuviel zu bieten hat, bleibt immerhin noch eine angenehme Umgebung.
      Die Türschwelle ist gefegt und mit Sonnenstrahlen ausgeleuchtet, stapelweise Bücher liegen bereit, unser Butler Willy Wombat wartet nur noch auf Ihre Ankunft, um Ihnen jeden Wunsch von den Augen abzulesen.

      Herzliche Grüße von der Erholungsfarm
      Mallybeau M. 🙂

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      1. Verschreien Sie es nicht, liebe Mallybeau, sonst steh ich auf der Schwelle. Herr Wombat muss sich keine Umstände machen. Ich benötige keinen Butler. Bin ja doch eher ein einfaches unverwöhntes Geschöpf
        Starten sie gut ins Wochenende.
        Herzlichst
        Mitzi

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        1. Der liebe Willy Wombat trottet bereits enttäuscht von dannen, hofft aber insgeheim darauf, Ihnen vielleicht doch ab und an eine Seite im Buch umblättern zu dürfen oder die Füße zu massieren … er ist eben ein Verwöhntier mit Leib und Seele … und wünscht Ihnen ebenfalls ein angenehmes grantlerfreies Wochenende! 🙂

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    1. Liebe Frau Waldmann-Brun!

      Sie haben erneut den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Filmkritiker streiten heftigst über die inhaltlich tiefgründige Aussage dieses Schubladenstreifens. Die Bedrohung des Bechers verursachte in der Tat bei einigen Zuschauern Schockzustände, die kurzerhand von unserem Notdienst mit einem Becher heißer Schokolade behandelt werden mussten. Die zwei gelangweilten Zuschauer waren vermutlich atemlos ob des schlechten Films, da sie nach der Vorstellung 100 km bergauf nach Hause gejoggt sind, da gerät der ein oder andere dann doch mal außer Puste!

      Herzliche Grüße von der blubbernden Alm
      Mallybeau Fischcow Mauswohn 🙂

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  3. Pssst, liebe Frau Mauswohn, ich will ja nicht rumstänkern, aber da war wohl der Titel des bonfortionösen Filmwerkes ein wenig irreführend für die zwei Meckerheinis: Atemlos. Da rennt so eine bestimmte Menschengruppe, gegen die ich nichts habe, außer sie motzen, wenn ihre Erwartungen nicht erfüllt werden, also, da rennen zwei herzchenhelenige Gefischte auf die Alm, um ihrem Idol zu huldigen und dann bekommen sie hochwertige Kinokunst zu sehen, statt…, na darüber schweige ich lieber…

    Dagegen können Sie nix machen, außer den Filmtitel zu überdenken. Vielleicht ein paar Vorschläge:

    Fischelos durch die Nacht.
    Was die Macht mit Fischen macht.
    Almwärts hingebracht.
    Fisch hat falschgedacht.

    Oh, das klingt ja nach einem ganz eigenen Machwerk… uik.
    Verwunderte Musengeküßtgrüße, Ihre Frau Knobloch, kopfschüttelnd, aber zugetan.

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    1. Liebste Frau Knobloch!

      Zwei Meckerheinis muss es ja immer geben, sonst wäre die Harmonie ein wenig zu vollkommen. Und solange es nur zwei sind … Der Titel bezog sich eigentlich auf die Fische, die, einmal von unseren Fischboy-Fischern an Land gezogen, bald nichts mehr zu atmen haben, bevor ihnen dann endgültig die Köpfe abgehackt und die Eingeweide entnommen werden.
      Aber aus Ihren hervorragenden Titelkreationen lässt sich ja wieder aus dem Vollen schöpfen. Dies werden dann die Fortsetzungsstreifen dieses Kinokassenschlagers werden. Hiermit werden Sie in das cineastische Kreationsteam der Alm aufs Herzlichste aufgenommen, Ihre Kreativität sollte sich niemand entgehen lassen.
      Sollten Sie noch einen kuhlinarischen Wunsch haben, Sie wissen ja, die Almküche hat alles zu bieten!

      Herzliche Grüße an Ihre Kichervögel nach Lipperlandien
      Mallybeau – auf den Fisch gekommen 🙂

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  4. Schon für den hinreißenden Einführungstext und die Wortschöpfungen (wie kommt man denn auf Becher-Komantschen!) gibt es natürlich ein „G’fall mir“. Wenn es ginge, würde ich auch 3 vergeben, nur den Film kann ich leider nicht sehen, weder hier (Reader) noch da (Webseite). Muss ich mal auf einem andern Rechner probieren. Bis dahin! 🙂

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    1. Werte Kulturreisende!

      Das Online-Kochbuch ist bereits in Arbeit. Nachdem jedoch die letzten zwei Fischboy-Fischer ausgerottet wurden, muss mit anderen Gourmets verhandelt werden, die sich bereitwillig in die Öffentlichkeit wagen, um solch brutale Gefechte wie die mit den Becher-Komantschen auszuführen. Wenn die erste Indian-Koch-Staffel vom Stapel läuft, werden Sie umgehend informiert.
      Ein paar Fischstäbchen gefällig? Inklusive Einschussloch von John Wayne, versteht sich. 🙂

      Herzliche Grüße aus dem Sioux-Kochbuch
      Mallybeau Cow – Medium Rare 🙂

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    1. Die-Fischstäbchen-mit-Loch-John-Wayne-Kollektion wird in einer vergoldeten Fischdose inklusive durchlöchertem Becher geliefert. Selbstverständlich ist die limitierte Auflage signiert und wird höchstpersönlich von John Wayne vorbeigebracht. Der Neid Ihrer kulturreisenden Kollegen dürfte Ihnen gewiss sein!
      Guten Appetit! Peng! 🙂

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  5. Liebe Mallybeau, im Leben gibt es ja den albernen Spruch: „Je später der Abend, desto schöner die Gäste“, doch das werde ich hier nicht auf Blogkommentare ummünzen können.
    Heute ist der erste Tag, an dem ich Zeit und Ruhe habe, um mir das neckische Kleinkunstwerk anzusehen. Im Normalfall bekomme ich ja nicht so gern was auf die Ohren, aber hier waren mir die Begleittöne, Tappsgeräusche von Kühen (?) und die Musik ausgesprochen angenehm.
    Am Ende bekam mein kleines Pazifistenherz einen Schreck, als ein Revolver auftauchte – das kannst du doch mit Klein… quatsch, Altclara nicht machen 🙂
    Lieben Gruß zu dir!

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    1. Liebe Clara!

      Da kann ich Dein Pazifistenherz gleich mal beruhigen, es handelt sich um einen ganz harmlosen Papprevolver, der keinerlei Schaden anrichtet und dessen Lauf sich auch schon mächtig verbogen hat 🙂
      Ich hoffe, Du konntest Dich nach all den Strapazen gut erholen, trotz Tapsgeräuschen, Gewiehere und Geblubbere. Wie wärs zur Stärkung mit einem frischen Fischsteak vom Lagerfeuer? Gräten- und Patronenfrei!

      Herzliche Grüße aus der Waffenkammer, die wirklich nur von Pappe ist! 🙂
      Mallybeau M.

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            1. Nein, die Kugeln wurden von unserem Meisterkoch Rock Hudson sorgfältig entfernt. Es besteht keinerlei Explosionsgefahr. Ein absoluter Peace-Fisch sozusagen.
              Und Gary Cooper wird mit Sicherheit hocherfreut über Deinen frisch geölten Parkettboden reiten und sich gerne auf Deinem Balkon niederlassen, eine warme Decke bringt er ebenfalls mit! Yippie Yeah! 🙂

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            2. Ich hoffe, das Pferd passt durch die Wohnungstüre. Ansonsten steht eben ein Pferd aufm Flur … 🙂
              Einen Stapel Autogrammkarten hat der werte Herr Cooper ebenfalls eingepackt, die können dann in der Nachbarschaft verteilt werden, sollte ihn dort überhaupt jemand kennen …

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            3. Eigens für Dich hat sich der werte Gary eine Wohnzimmerchoreographie mit Pferd ausgedacht. Und als vollendeter Gentleman wird er selbstverständlich keinerlei Schäden sondern nur Freude und Spaß hinterlassen. 🙂

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            4. Das Pferd wird ein wenig auf der Stelle tänzeln müssen, denn ich möchte nicht erst alle Möbel beiseite räumen. – Doch ich bin überzeugt, das klappt.
              Ganz herzlichen Dank – das ist ja ein Service, ich habe doch gar keinen Geburtstag 🙂

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            5. Wie gesagt, Herr Cooper ist ein Gentleman! Zunächst wird er alle Möbel eigenhändig beiseite räumen, anschließend seine Kreation „Stepping-Horse“ aufführen, Dich anschließend auf dem Balkon mit Fischsteak à la Gary verwöhnen und natürlich die Möbel wieder gerade rücken. Im wilden Westen ist jeder Tag ein Geburtstag … solange kein Bösewicht aus dem Hinterhalt schiesst! 🙂

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            6. Ich weiß nur aus (böser) Erfahrung, dass schon Möbelrücken böses Blut machen kann. Aber dieses Mal wird alles gut oder ich fange diesen Wunsch als Traum ein – ich habe den Traumfänger schon beim Bett angebracht.

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            7. Probleme mit den Nachbarn wird es ohnehin nicht mehr geben. Herr Cooper regelt das schon. DIE beschweren sich nicht mehr!!! High Noon wird er eintreffen und für Recht und Ordnung sorgen.
              Einen Traumfänger bringt er Dir auch gerne mit. Das kann man schließlich nie genug haben.

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  6. Werte Frau Mallybeau,

    mit großer Begeisterung erblicke ich das neue Meisterwerk aus Ihrer kreativen Filmwerkstatt. Der Prolog führt den Betrachter aufi auf die Oim, und sofort ist es da, das Feeling von Freiheit, unbeschwertem Cowboytum, leichtfüßigem Pferd, etcetera. Die Regenwolken am Himmel geben Gewissheit: heute haben wir nicht nötig, Wasser aus den Hufabdrücken der Rinder zu trinken, es wird gleich regnen.
    Zack! Szenenwechsel. Es wird ernst. Der Fisch bedeutet das Ende der Idylle, seine Zweiteilung lässt nichts Gutes ahnen. Wir haben es hier nicht mit einem seichten Friede-Freude-Eierkuchen-Film für die gesamte Familie zu tun, hier wird – für die meisten Zuschauer anfangs unbemerkt – schweres psychologisches Geschütz aufgefahren, da kann auch das gemütliche Auslöffeln des Fisches nicht darüber hinwegtäuschen. Schon stecken wir mitten in der modernen Fischfangproblematik, leer gefischte Fanggründe, konkurrierende Flottenverbände, Verarbeitung nebst Einschweißung (manchmal auch die des Personals) auf höchster See. Dem Betrachter schwirren die Sinne, den einen erscheint John Wayne, andere wollen Erasmus von Rotterdam gesehen haben, die Wissenschaft steht vor einem Rätsel und versucht zu ergründen. Die Schlussszene entlässt einen leicht verdatterten Betrachter, der, so ist es gewünscht, noch lange über dieses Werk grübeln wird.
    Hoch erfreut stelle ich fest, dass Ausschnitte aus meiner Fata Morgana als Splitscreen Eingang in Ihr epochales Œuvre gefunden haben. Brian de Palma hat schon in den 80gern den Splitscreen in seinen Filmen eingebaut. Leider ist diese Technik etwas in Vergessenheit geraten, wohl weil heutzutage sich das „moderne“ popkörnige Mainstreamgehirn mit der Verarbeitung mehrerer Szenen gleichzeitig überfordert fühlt.

    Einmal mehr ganz großes Kino 🙂

    Mit herzlichen Grüßen aufi auf die Oim
    Ihr
    Herr Ösi
    (Split- und Splatterfan)

    PS: ich teile den Tomatensalat mit dem Herrn Heinrich, wenn er so lieb ist, mir was abzugeben …

    Gefällt 3 Personen

    1. Lieber Herr Ösi!

      Sie haben sogleich völlig richtig erkannt, dass heute nicht aus den Hufabdrücken getrunken werden musste, was vermutlich auch die meisten Kinobesucher abgeschreckt hätte. Naja, aber als waschechter Fischboy nimmt man so etwas natürlich gelassen hin.
      Die Fischfangproblematik war in der Tat nur sehr schwer in Bilder zu fassen, da die vorherrschende Brutalität dieses Metiers an die Grenze des Wahrnehmbaren stösst. So auch die von Ihnen angesprochenen eingeschweißten Fischer, die aus Gründen des Respekts nicht gezeigt wurden, zumal unser Filmteam von der Fischmafia diesbezüglich sehr unter Druck gesetzt wurde. Und die Vorstellung, eines morgens einen blutigen Pferde- oder Fischkopf im heimeligen Schlafzimmerbett vorzufinden, hat den Regisseur dann doch Abstand nehmen lassen, weitere martialische Bilder zu zeigen.
      Die Tiefgründigkeit dieses cineastischen Trashcanfilmes ist so vielschichtig wie die Schuppen eines Fischkleides, so dass selbst die gesamte Filmcrew noch über den eigentlichen Inhalt ihrer Arbeit grübelt …
      Sehr froh bin ich vor allem, dass Sie nichts dagegen haben, dass ich so mir nichts dir nichts Ihre wunderschöne Fata Morgana zerschnitten habe, die glücklicherweise noch etwas Niveau in die ganze Angelegenheit gebracht hat! Vielen Dank!

      Sollte Ihnen Herr Heinrich nichts von seinem Salat abgeben, werden für Sie selbstverständlich die besten Paradeiser zusammengetragen und zu einem leckeren Salat zubereitet, inklusive Weinflascherl. Rot oder Weiß? Es ist alles vorhanden, Sie können nach Herzenslust zugreifen!

      Herzliche Grüße abi von der Oim aufi auf die Ösihütte

      Mallybeau Erasmus Mauswohn – ich splitte und splatte bereits die Paradeiser 🙂

      Gefällt 2 Personen

      1. Wenn Sie dem Herrn Heinrich einen Tomatensalat zubereiten und mir einen Paradeissalat, dann würde ich dem Herrn Heinrich von meinem kosten lassen, wenn er mir im Gegenzug etwas von dem seinen abgibt. Ich glaube, so geht Völkerverständigung. Punkto Wein halte ich es wie Hans Moser in seiner Arie mit der Callas: Ich mag den roten genau so gern als wie den weißen …

        Herzliche Grüße
        Herr Ösi
        PS: Passen Sie beim splattern auf … 🙂

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        1. Fantastisch! Herr Ösi, Sie sind ein Mann von Welt! Der paradiesische Tomatensalat inklusive weißem Rotwein sollte als völkerverbindende Maßnahme umgehend in das Grundgesetz, zumindest in das der Bloghütten, eingetragen werden.
          Aua, jetzt habe ich mir doch tatsächlich in den Finger geschnitten, naja, das Rot lasse ich einfach in den Wein tröpfeln, das merkt schon keiner. Frau Saftschubse, bitte übernehmen Sie die restlichen Splatterarbeiten. Da muss ein Könner ran! Vielen Dank! 🙂 Herr Ösi, bitte Platz zu nehmen, das Essen ist fertig!

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    1. Lieber Ulf Runge!

      Sie haben vollkommen Recht! Die Dialoge waren der schwierigste Part der ganzen Angelegenheit. Bis die richtigen Worte in der entsprechenden Modulation passend zu Bild und Atmosphäre gefunden waren, vergingen Jahre! In akribischer Kleinarbeit werkelten Sprachforscher aus der ganzen Welt an diesem linguistischen Epos. Dass es für diese Sparte nun nur 77 Oscars geben soll, enttäuscht dann doch ein wenig. Da hatte man sich wesentlich mehr erhofft. Möglicherweise wurde das ein oder andere Gewiehere zu viel intoniert. Aber so bleibt eben immer etwas auszubessern … 🙂
      Fischsuppe à la Howard Hawks gefällig?

      Herzliche Grüße aus dem Sprachlabor
      Mallybeau sprachlos M. 🙂

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    1. Lieber Textstaub!

      Herzlich willkommen auf der Bloghüttenalm!
      Glückwunsch, dass Sie die Vorstellung durchgehalten und bis zu Ende gesehen haben. Die Filmcrew überreicht Ihnen applaudierend einen Gutschein für die kommende Aufführung.
      Wie wär`s mit einem frisch geschmorten Fischknochen als Imbiss? 🙂

      Herzliche Grüße
      Mallybeau M… fischt immer noch im Trüben

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      1. Verehrte Bildcretoerin des laufenden Wechsel / bitte verzeihen sie / aber Fischknochen & Schwimmfleisch mag ich Lukullisch einfach nicht / für das Auge gerne.
        Nehme Pralinen.
        lhz.

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  7. Nachtrag: verehrte Frau MallybeauMauswohn, ich mag sehr was sie da an bewegenden Bildern zeigen / wiehern und Musik / schwarze Striche und toter Fisch / womöglich aus dem Fishbuero und das ganze ist so schön schräg dass es mir zur Freude ist.
    Könnte glatt aus Österreich sein.
    Dankeschön

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    1. Lieber Textstaub!

      Vielen Dank für das reizende Kuhmpliment! Ich werde mich bemühen, all meine Gäste, ob Österreich, Schweiz, Deutschland, etc. zufrieden zu stellen.
      Ich wünsche weiterhin viel Vergnügen auf der Alm, die überall zu Hause ist! 🙂

      Habe die Ehre
      Mallybeau Allerweltskuh

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