Der Feldweg

Nachdem Sie sich nun vergangene Woche so sittsam durch das Telekuhlleg der Schneckensprache gequält haben, sei Ihnen an diesem Wochenende etwas mehr Ruhe vergönnt. Entspannung ist angesagt. Und wo könnte man die Seele besser baumeln lassen, als bei einem gemütlichen Spaziergang im Grünen!

Juli. An einem warmen Sonntag. Elementar hängt die Sonne am Himmel. Und um die Tradition zu wahren, werde ich heute einen klassischen Sonntagsspaziergang auf der Alm unternehmen. Auf einem Feldweg, einer völlig unterschätzten Attraktion mit unzähligen Sehenswürdigkeiten. Die Luft wird um meine Schnauze wehen, die Grillen werden zirpen, Ruhe und Zufriedenheit wird in den Bäumen hängen. Ein strahlend blauer Himmel wird diesen Moment zeitlos werden lassen. Und im Gepäck habe ich eine angenehme Melodie.

Aber warum so viel darüber reden? Kommen Sie doch einfach mit.
Betreten wir den Feldweg gemeinsam. Der ehemalige Optiker und Straßenkilometerzähler Herr Wittgenstein gibt uns noch die einleitenden Worte: „Alles was wir sehen, könnte auch anders sein“ mit auf die Reise.
Doch genug der schlauen Sprüche, wir wollen uns heute bekanntlich der Gelassenheit hingeben, die Natur genießen und hierbei die kleinen grauen Zellen etwas entgrübeln. 🙂

Schnüren Sie die Schuhe und los geht`s!

 

 

War das nicht entspannend? Sagen Sie bloß, Sie haben schon schönere Sonntagsspaziergänge erlebt!?!

 

 

©mauswohn
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Telekuhlleg : Schneschbra

Bitte setzen! Schlagen Sie Ihre Hefte auf und notieren Sie das Wesentliche!
Heute befassen wir uns mit unseren schleimigen Freunden, den Schnecken.
Bei den meisten Menschen sind sie recht unbeliebt, da die Tierchen äußerst gefräßig durch den gepflegten Gemüsegarten kriechen. Auch sind sie nicht so ansehnlich wie ein Singvogel, der vergnügt ein Liedchen tiriliert. Und schon sind wir am eigentlichen Kernthema der heutigen Stunde angelangt. Wie kommunizieren Schnecken? Welche Laute geben sie von sich?
Das österreichische Weinbergschneckerl Professor Emil Prohaska (Danke an Herrn Ösi für die Schneckerl-Inspiration 🙂 ) hat sich intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt und wird Ihnen im Folgenden die Schneckensprache etwas näher erläutern:

Der allgemein bekannte Schneckenschleim macht es der Otto-Normal-Schnecke nicht möglich, sich exakt, mit klaren Lauten zu artikulieren. Die kaum sichtbare Schneckennase sowie der Mund- und Rachenraum sind permanent mit der klebrigen Masse behaftet.
Da die Schnecke von Welt jedoch gerne kommuniziert, nimmt sie diese Schleimhürde in Kauf und und verzichtet notgedrungen auf eine perfekte Aussprache. So werden beispielsweise harte Konsonanten meist weich gesprochen bzw. geschleimt oder auch komplett weggelassen. Die Worte werden sämtlich nasal, meist etwas mühsam, da man um Verständlichkeit bemüht ist, hervorgepresst. Eine genaue Schneckensprachenregel ist allerdings nicht möglich, da die Aussprache stets abhängig vom jeweiligen Schleimfluss ist.
Ein Beispiel: Herzlich willkommen! Susie und Peter gehen auf den Markt. Dort kaufen sie ein Pfund Äpfel.
Übersetzt in Schneckensprache: Heli wigom! Suie uh Peoh geh au en art. ort auen ie ein und Äfel.
Eine gewisse Parallele zum hervorragend recherchierten Schiebetürendialekt ist hier nicht von der Hand zu weisen. Vor allem in geschriebenem Zustand. Hört man jedoch die Schneckensprache (Schneschbra), kommt die Schleimigkeit deutlich zum Tragen:

 

 

Alles verstanden? Üben Sie nun bis zum nächsten Mal vier einfache Sätze in Schneckensprache. Erhöhter Speichelfluss und das Zerkauen einer Schnecke erleichtern das Training.
Die Bloghüttenalm wünscht viel Erfolg und kuhten Appetit!

Der Kuhnterricht ist beendet … wer hat Tafeldienst? 🙂

 

©mauswohn

Bizer & Benz – Folge 01

Ausgabe 1

Bizer & Benz – Folge 01 – Die Grillparty

Was gibt es Schöneres, als eine gepflegte Freundschaft zwischen Nachbarn
im Heile-Welt-Wohnviertel?
Die Familien Bizer und Benz sind das Paradebeispiel der Hintertupfinger Wohnsiedlung. Jede freie Minute verbringen sie freudestrahlend gemeinsam.
Die Herren, Karl-Georg und Manfred, trainieren einmal wöchentlich ihre sportlichen Fähigkeiten im Squashcenter, während die Damen, Heidelinde und Monika, die neuesten Trends dekorativer Wohngestaltung erproben.
Und in den Sommermonaten fährt man selbstverständlich kollektiv in den Urlaub. Das diesjährige Ziel ist ein großräumiges Feriendomizil in Hanglage am Lago Maggiore.
Entspannt genießen die Unzertrennlichen ihre Freizeit, plantschen im See, wandern durch die malerische Gebirgslandschaft und am Abend wird im gemütlichen Gartenambiente mit Hollywoodschaukel und Blick auf einen bezaubernden Blumengarten gegrillt.
Lässig hantiert Karl-Georg mit dem Grillbesteck und lässt die Würstchen und Steaks knackig braun brutzeln, während ihn Manfred mit charmant witzigen Anekdoten aus seinem Arbeitsleben bei Laune hält.
Derweil decken Heidelinde und Monika den Tisch. Sie breiten die Kaschmir-Campingdecke über den Teakholztisch, drapieren gekonnt Omas Silberbesteck neben Mutters Porzellangeschirr, die Tafel glänzt opulent im Sonnenuntergang. Monika trägt die Platte mit frisch erworbenem Bauernkäse aus der Küche und Heidelinde …
… ihr fährt der Schreck in die Glieder, als sie die Käselaibe erblickt. Entsetzt fasst sie sich an die Stirn. Was soll sie nur tun? Schweißperlen rinnen über ihr Antlitz. Monika sieht sie überrascht an und fragt besorgt nach Heidelindes Befinden. Schockiert starrt diese zu ihr hinüber und seufzt:
„Ach Monika, ich habe das Käsemesser-Set zu Hause vergessen. Wie soll ich das nur Karl-Georg beibringen? Du weißt doch wie pingelig und sensibel er ist!“
Fassungslos stehen die Damen in der Abendsonne und sehen die immerwährende Harmonie gefährdet. Steht ihnen nun die Apocalypse bevor? Wird Karl-Georg die Beherrschung verlieren und mit dem Grillspieß zustechen? Wie wird es weitergehen?

… 🙂

 

©mauswohn

Der Hundechor bellt „After the brexit“

Der Gesangsverein der Bloghüttenalm interpretiert Herrn Ösis Kanon „After the Brexit“.

Nachdem Herr Ösi freundlicherweise seine Zustimmung zur Vertonung seines epochalen Meisterwerkes „After the Brexit“ gegeben hat, stürzte sich der Gesangsverein unter Leitung von Herrn Fuchsflur Amadeus Nozart sogleich in die Arbeit. Ursprünglich sollten die Herren Farage und Söder ein einleitendes Duett intonieren, doch bei den Proben wurden deren Stimmbänder so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass sie nun völlig sprachlos (manch einer hofft für immer) in ihren Betten liegen und lindernden Kamillentee schlürfen.
So übernahm der Hundechor der Bloghüttenalm die schier unlösbare Aufgabe, Herrn Ösis Kanon zum Besten zu geben. Die bezaubernde ösische Frau Saftschubse dirigierte die Bellproben, während Herr Nozart die Komposition gekonnt mit weggeworfenen Tönen untermalte.
Für alle, die der Hundesprache nicht mächtig sind, wird Herrn Ösis Originaltext eingeblendet. Bei der visuellen Umsetzung forderte allerdings die künstlerische Freiheit ihr Recht und macht es Ihnen möglicherweise nicht immer leicht, dem Inhalt zu folgen. Wer den gesamten Text in aller Ruhe ohne Zwischengebell nachlesen möchte, begebe sich auf Herrn Ösis Bloghütte. Gehen Sie nicht über Los, ziehen Sie nicht 4000 DM äh Euro ein, begeben Sie sich direkt dorthin …

Gedreht wurden die Aufnahmen unter schwersten Unwetterbedingungen in der neuen Glaskuhthedrale auf der Bloghüttenalm, erbaut von Stararchitekt Cow-Lloyd Wright.
Der Hundechor wünscht gute Unterhaltung!
Sollten Sie einen Hörschaden davontragen, erhalten Sie als Entschädigung einen laut bellenden Wackeldackel … Sie hören`s ja sowieso nicht mehr! 🙂

Und herzlichen Dank an Herrn Ösi für die Bereitstellung des schriftlichen Brexit-Oeuvres!

 

 

© Herr Ösi und mauswohn

Der Pümpeltanz

Es ziiieeeht! Es ziiieeeht! Schließen Sie das Sommerloch!
Schon gut, schon gut …. plopp!

Wie es in warmen Sommermonaten so üblich ist, neigt der Mensch dazu, die Kuh ohnehin,  sich im Freien aufzuhalten. Der See lädt zum Baden ein, der Sandstrand zum Verbrutzeln in der Sonne und kuhlturelle Freiluftveranstaltungen haben Hochkonjunktur.
Aus der Sparte „Unspektakuhläre Persönlichkeiten“ stellt Ihnen die Bloghüttenalm heute den poetischen Klang-Kompostierer Fuchsflur Amadeus Nozart vor.
Der unbekannte, aber (unverständlicherweise) erfolgreiche Künstler bittet Sie, gemütlich auf den harten Holzbänken im lauschigen Eichenwäldchen Platz zu nehmen, sich zurückzulehnen und sein wieder ausgegrabenes 20 Jahre altes Erstlingswerk zu genießen.
Hierbei handelt es sich um den Pümpeltanz, in dem ein lange zurückliegendes Trauma bewältigt wurde. Stets der Kleinste in der Familie, musste Nozart in frühesten Kindheitstagen, wenn die Leitungen verstopft waren, in die Abwasserkanäle hinabsteigen und den Dreck beseitigen. Da behält man als Kind sowohl psychisch als auch physisch keine weiße Weste. In seiner Jugend nahm der werte Herr Nozart beträchtlich an Körperlänge und Breite zu, selbstbewusst nahm er sich nun der Kompostierung weggeworfener und verdreckter Töne an und schlug die Laufbahn des visuellen Klangkünstlers ein.
Und künstlerische Darbietungen sind bekanntlich nicht dazu da, um verstanden zu werden, sie dienen lediglich der Verstopfung des Sommerloches und der leeren Gehirnwindungen der Betrachter und Lauscher. So wundern Sie sich über nichts und erfreuen Sie sich daran, wieder ein wenig der gähnend langweiligen Sommeridylle hinter sich gebracht zu haben!

Sie haben durchgehalten? Nicht eingeschlafen? Glückwunsch! Als Belohnung erhalten Sie an der Ausgangspforte einen Eintrittsgutschein zu einer weiteren Aufführung des Herrn Nozart. Ihnen bleibt auch nichts erspart! Die Kuhnst ist unerbittlich. 🙂

 

© mauswohn