Hund, Katze, Maus

Wie schön es doch ist, angenehme Nachbarn um sich zu wissen. Nette Menschen, die auch an Feiertagen immer Mehl, Eier und Butter parat haben, wenn in der eigenen Küche etwas fehlt. Menschen, die hilfsbereit den Rasen mähen, wenn man selbst grippegeschwächt darniederliegt oder einfach nur zu einem gemütlichen Plausch am Gartenzaun stehen. Doch keine Nachbarschaft kommt ohne das bekannte schwarze Schaf aus. Oftmals etwas eigenbrötlerische verschrobene Gesellen, die nicht gänzlich ins Bild der sonst so harmonischen Dorfgemeinde passen. Auch hier auf der Alm wurde nun ein äußerst skurriler Fall bekannt, wie er möglicherweise häufig in Städten und Dörfern anzutreffen ist, aber nicht immer an die Öffentlichkeit dringt. Diese Begebenheit sei Ihnen anhand eines kurzen Filmes näher gebracht. 🙂

 

 

Haben Sie auch solch merkwürdige Nachbarn in Ihrer Nähe?

 

 

 

©mauswohn

 

 

 

 

 

Haben Sie Sinn für aztekische Mythologie? Dann haben wir etwas für Sie …

 

 

 

 

Werbeanzeigen

Mein lieber Schwan

Eheschließungen finden bekanntlich zwischen Mann und Frau, Frau
und Frau und Mann und Mann statt. Nicht überall ist dies selbstverständlich, bei uns auf der Alm aber völlig normal. Das Leben ist bekanntlich vielfältig und so gibt es auch Menschen, die mit ihrem Hobby verheiratet sind, glückliche Singles die in Eintracht mit Wellensittich, Hund oder Katze leben. So sucht sich jeder seinen Lebensweg, wie er glücklich und zufrieden sein kann.
Auch unsere Dorfbäckerin Frau Koch hat kürzlich geheiratet. Den stolzen Edelbert, unseren Almschwan aus Andalusien.
Und das kam so.
Nach getaner Arbeit genoss die gute Bäckersfrau stets ausgiebige Spaziergänge zu einem der beliebten Almseen. Im Gepäck die Reste der übrig gebliebenen Backerzeugnisse, die sie am See an den guten Edelbert verfütterte. Laut schnatternd erfreute er sich an den Roggenbroten, Berlinern, Croissants und Schinkenbrötchen.
Tagaus tagein besuchte Frau Koch den eleganten Schwan, der immer mehr Zutrauen zu der Opernliebhaberin fasste und dankbar seinen langen Hals an ihre Beine schmiegte, wenn sie im untergehenden Sonnenlicht auf einer Holzbank saß und die idyllische Ruhe in sich aufsog.
Doch eines harten Winters fror der See zu, Edelbert zitterte trotz eines dicken Federkleides und konnte das Brot aufgrund der starken Kälte nicht mehr kauen.
Da nahm die umsichtige Frau Koch den in Not geratenen Schwan mit nach Hause. Sie setzte ihn aufs Sofa, wickelte ihn in eine dicke Alpakadecke und gab ihm Lindenblütentee gegen seine Halsschmerzen. So gesundete er rasch und watschelte quietschvergnügt durch die Wohnung. Und Frau Koch war ihrerseits glücklich den guten Edelbert ständig um sich zu haben. Ihre Bindung war so stark, dass sie beschlossen, fortan miteinander zu leben. Die Bäckersfrau brachte nach wie vor ihrem Federfreund die leckersten Teigwaren mit nach Hause und der weiße Vogel dankte es ihr, indem er ihr morgens die Frühstückseier unter seinen Flügeln wärmte und des nachts seinen langen Hals um sie schlang. Und an den Wochenenden saßen sie gemeinsam vor dem Grammophon und lauschten Opernarien, die der stimmgewaltige Edelbert gekonnt nachträllerte.
Und irgendwann kam für die beiden der selbstverständliche Schritt, vor den Traualtar zu treten und den Bund fürs Leben zu schließen. Es war ein wunderbares Fest und alle freuten sich mit dem harmonischen Paar.
Momentan ist die Bäckerei geschlossen, da Frau Schwan (geborene Koch) und ihr Gatte Edelbert auf Hochzeitsreise in Italien sind, wo sie sich vier Wochen lang die schönsten Opern zu Gemüte führen und gleichzeitig Werbung für ein vielfältiges und tierisches Leben voller Liebe und Musik machen.
Sie lassen herzlich grüßen und laden Sie nach ihrer Rückkehr gerne zu Kaffee und Kuchen ein, wo sie ausgiebig von ihren Erlebnissen berichten werden 🙂

Herr schwan und frau koch
Frau Schwan (geborene Koch) mit Schwanengatte Edelbert, unterwegs mit eigenem Chauffeur auf Hochzeitsreise in Italien.

 

©mauswohn
Bildquelle: Internet

 

 

 

Sie lieben Pferde? Dann haben wir etwas für Sie …

ShamPop

Herr Brutzelmann aus Bielefeld
ist ein ganz besondrer Held.
Er ist ein wahrer Ökomann,
Natur hat es ihm angetan.
Eines Tags im Badezimmer
denkt er dann:
„So geht es nimmer!“
Als er all den Schaum entdeckt
der aus seiner Wanne leckt.
Und das Shampoo in dem Haar
schäumt ganz flockig wunderbar.
Doch was sieht so prachtvoll aus
ist für die Natur ein Graus.
Der Schaum ist giftig und voll Dreck
„so geht es nicht, der muss da weg“,
denkt sich da Herr Brutzelmann
und fängt rasch das Tüfteln an.
Es rumpelt und es blubbert in der Kammer
er greift zur Säge und zum Hammer.
Und werkelt ganz geheimnisvoll
an einem neuen Mittel toll.
Welches hilft dem Umweltschutz
und ist guter Eigennutz.
Und nach gar nicht vielen Tagen
kann er es tatsächlich wagen.
Er präsentiert nun die Tinktur
als Wohltat für die heilige Natur
und für jeden Menschen auch
ja das ist ein guter Brauch.
„Doch was ist es denn?“, ein jeder denkt
und Herr Brutzelmann er senkt
die Hände in die Flüssigkeit
die nun endlich ist soweit.
Eine Maistinktur ist rausgekommen
die jeder Haushalt soll bekommen.
Das Seifengift wird so ersetzt
und die Natur bleibt unverletzt.
Denn ganz öko ist die Flüssigkeit
und bringt Glanz und Reinlichkeit.
Und so freut sich der Herr Brutzelmann
dass er shampoonieren kann.
Kräftig reibt er sich jetzt ein
mit der Maistinktur ganz fein.
Doch oh Schreck, was ist denn das?
Das ist ein wahrer Kinderspaß.
Denn die Maistinktur fängt an zu knallen
dass ihm fast die Ohr`n abfallen.
Die Wärme hat es so geschafft
dass aus dem Haare Popcorn klafft.
Denn das Shampoo reagiert wie Mais
und ploppt auf wenn es wird heiß.
So ist das Badezimmer voll mit Knabbersnack
ein wirklich ganz besondrer Gag.
„ShamPop“ heißt nun die Tinktur
die da hilft dem Mensch und der Natur.
Besonders freut es den Herrn Brutzelmann
der nun baden und viel essen kann 🙂

Shampop
Herr Brutzelmann aus Bielefeld mit seinem neuen ShamPop

 

 

©mauswohn
Bildquelle: Internet

 

 

 

Sie lieben Alfred Hitchcock? Dann haben wir etwas für Sie …

In China ist ein Sack Reis umgefallen

sack reis umgefallenHierzulande gilt die Redewendung „In China ist ein Sack Reis umgefallen“ als Bezeichnung für ein belangloses Ereignis.
Doch kaum einer weiß, wie ernsthaft die Lage in China bei Reissackumfallern wirklich ist. Kulturelle Unterschiede machen deutlich, dass dies dort alles andere als eine Banalität einzustufen ist.
Etablierte Reissackexperten sprechen von einem katastrophalen Szenario, das sich aufgrund eines Umfallers ereignen kann, wenn man in China nicht enstprechend gewappnet ist.
Ein Beispiel: Es ist Montag. Herr WangZong hat um 14 Uhr einen Termin beim Kimonoschneider. Zuvor geht er zur Arbeit, wo er als Tuscheabfüller eines berühmten Kalligraphen arbeitet. Es ist 13.45 Uhr, Herr WangZong macht sich auf den Weg zu seinem Schneider. Er steigt das Treppenhaus hinab, öffnet die Türe zur Straße und stößt ausversehen einen Sack Reis um, der neben der Türe lehnt. Die vielen kleinen Körnchen verteilen sich im Nu über die Straße.
Und nun beginnt das Drama.
Sogleich fliegen hungrige Friedenstauben herbei, die sich an dem Reis satt essen wollen. Verärgert kommen Gastronomen aus ihren Küchen geeilt, um das Federvieh zu vertreiben und den guten Reis einzusammeln. Zu spät. Die Tauben haben alles verputzt. Also landen sie kurzerhand im Kochtopf und im Restaurant steht mal wieder „gefüllte Taube mit Reis“ auf dem Speiseplan. Als Tierschützer das sehen, beschweren sie sich bei den Gastronomen, die arglos die armen Friedenstauben eliminiert haben. Diese verweisen auf Herrn WangZong, der den Reissack umgeworfen hat und der eigentliche Verursacher der Misere ist.
Daraufhin schmeißen sich die empörten Tierliebhaber auf Herrn WangZong und schlagen ihn mit chinesischen Holzknüppeln der Hungweng-Dynastie grün und blau. Das macht die Tauben zwar nicht wieder lebendig, ist in China aber eine Jahrtausende alte Tradition, die den Tierschützern in Fleisch und Blut übergangen ist und hoch geschätzt wird.
Herr WangZong jedoch ist ein vorausschauender Chinese. Und so hat er, wie die meisten seiner Landsleute, für einen Katastrophenfall wie diesen vorgesorgt und trägt nur Kleidung, die von innen mit dicken Schaumstoffmatten gepolstert ist. Schließlich kann es jedem Otto-Normal-Chinesen passieren, dass man versehntlich einen Sack Reis umstößt. Und die Folgen sind dort jedem Einwohner hinlänglich bekannt. Soll heißen, der gute Herr WangZong kommt Dank guter Polsterung mit einem blauen Auge und einigen Schürfwunden davon.
Der Termin beim Kimonoschneider ist mittlerweile verstrichen und so begibt sich der lädierte Herr wieder nach Hause. Dort erwartet ihn seine verliebte Gattin. Freudestrahlend steht sie bereits an der Haustüre, um ihren Traummann zu empfangen. Doch was muss sie sehen? Sie ahnt es bereits, als sie das blaue Auge ihres Herrn Gemahl entdeckt. Er hat einen Sack Reis umgeschmissen. Nein, diese Schmach. Diese Schande in der Nachbarschaft. Beschämt trottet das Ehepaar ins Haus, wo sich Herr WangZong ein kaltes Hundesteak auf die Wunden klatscht und ein Sünden-Bad in Sake-Wein nimmt. Die Gattin packt derweil die Koffer und kündigt die Wohnung. Währenddessen hat sich der Reissackumfaller nebst Schlägerei im ganzen Viertel herumgesprochen und Herr WangZong erhält, wie nicht anders zu erwarten, von seinem Arbeitgeber die Kündigung.
Demütig wird diese Tatsache hingenommen. Das Paar nächtigt vorübergehend im Anlagenpark zwischen Qui-Gong-Meisterschülern und einigen entkommenen Friedenstauben. Die Zukunft des Paares ist nun ungewiss. Doch Reissackfreaks und Kenner der Szene meinen, dass erfahrungsgemäß kaum ein Reissackumschmeisser eine zweite Chance erhält und früher oder später alle Harakiri begehen, wenn die Kirschblüten treiben und die Touristen die Stadt bevölkern. Manch einer lädt kurz vor seinem Ableben noch ein letztes Selfie auf Instagram hoch. Unter den Hashtags #sackofrice #ididit #sorry sind die letzten Grüße verewigt.
Viele der Reissackumschmeisser sind im Netz mittlerweile zu wahren Helden avanciert. Sammelbildchen mit ihrem Konterfei werden auf dem Schwarzmarkt zu Höchstpreisen verkauft.
Wir sehen also, was ein umgefallener Sack Reis in China auslösen kann. Vielleicht sollten wir unseren lässigen Umgang mit dieser Redewendung ein wenig ändern und all den tragischen Opfern gedenken.
… wir haben übrigens noch drei Sammelbildchen von Herrn WangZong übrig. Wer hat Interesse? 🙂

 

 

©mauswohn

 

 

 

Sie lieben die Stadt Heidelberg? Dann haben wir etwas für Sie …

 

Der fliegende Fisch

Bevor wir wieder von unserem üblichen Almchaos berichten, ein kleiner Hinweis in eigener Sache. Wer auf der Suche nach einer kleinen literarischen Geschenkidee ist, wird möglicherweise hier fündig.

„Der fliegende Fisch“ – Ein Kinderbuch, geschrieben und mit zahlreichen Schwarz-Weiß-Collagen illustriert von Mallybeau Mauswohn.

Wer Interesse hat, kann hier zugreifen.

Bildschirmfoto 2019-04-28 um 12.18.43

 

Und jetzt wünschen wir allen einen wunderschönen Sonntag und einen positiven Start in die neue Woche 🙂

 

 

 

©mauswohn